Archiv der Kategorie: Aporetik

Beweise (I)

Es ist schwer, irgendetwas zu beweisen. Erst recht dann, wenn als Bezugsrahmen des Beweises kein theoretisches Konstrukt, wie zum Beispiel die Mathematik, sondern das Leben gesetzt wird. In Vorbereitung der Fortsetzung der Erfolgsserie „Der Sinn des Universums“ werde ich dennoch versuchen, in einer (nur zweiteiligen) Serie einige elementare Dinge zu beweisen. Berufsphilosophen können sich die Lektüre getrost sparen, der Novize jedoch möchte unbedingt weiterlesen, um das große Finale des „Sinns des Universums“ verstehen zu können.

    Beweis für die Existenz von überhaupt etwas

Descartes hat mit einem der wenigen überhaupt gültigen philosophischen Hauptsätze „Cogito ergo sum“ alles Nötige gesagt. Egal, wie eifrig ich versuche das Universum auf Schein und Täuschung zu reduzieren, es wird mir doch nicht gelingen, mich selber wegzudenken. Zwar kann ich mir klarmachen, dass ich aus Staub wurde und zu Staub werde und ich kann auch zu Recht anzweifeln, ob ich so bin wie es mir scheint. Zweifelsohne wäre es zum Beispiel möglich, dass ich – hANNES wURST – in Wahrheit ein Simulation bin die denkt dass sie hANNES wURST wäre. Ein beliebtes Science Fiction Sujet. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass ich für mich dann in dem Sinne in dem der Philosoph Existenz definiert tatsächlich existiere. „Ich denke also bin ich“, oder, etwas neutraler „da denkt doch was also ist da auch was“ bleibt also gültig. Wenn Sie, lieber Leser, diese Zeilen lesen und denken „ich aber auch“ dann gebe ich Ihnen Recht. Sicherlich kann jeder sich seine Existenz nur selber beweisen. Ohne weiteres wäre es möglich, dass Sie – lieber Leser – ich – hANNES wURST – sind. Sie schreiben dieses blödsinnige Blog nach zu viel Alkoholgenuss oder aufgrund eines psychischen Krankheitszustandes selber, und wissen später nichts mehr davon. Solche Dinge passieren andauernd, sie ändern aber nichts an der Beweiskraft. Sofern „Sein“ nicht unbedingt physisches „Sein“ voraussetzt, bleibt der Existenzbeweis jedenfalls gültig. Was sich als Überleitung zum zweiten Beweis anbietet.

    Beweis für die Existenz der Liebe

„Hätte ich allen Glauben, also dass ich Berge versetzte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.“ – 1. Korinther 13,2. Den Glauben (an die Existenz) haben wir im ersten Beweis erledigt, es ist also nur angebracht den Beweis der Liebe anzuschließen. Das ist heikel, wie Liebende wissen, die sich mühen, den Geliebten die gefühlte Liebe möglichst glaubhaft zu machen. Es gibt unzählige Formen der Liebe: die Liebe zum Detail, die Schokoladenliebe, die Eltern-Kind-Liebe, die Hassliebe usw. Allen gemeinsam ist: sie sind abstrakt, die Liebe ist nicht konkret zu fassen sondern manifestiert sich vielleicht als eine bestimmten Erregung des Gehirns, so wie die Wahrnehmung der Farbe Rot. Naturgemäß sind abstrakte Entitäten nicht beweisbar, es sei denn, man schränkt den Beweis auf einen abstrakten Gültigkeitsbereich ein, was ich hiermit tue: bewiesen wurde weiter oben, dass ich existiere, und ich kenne ein Gefühl, das ich selber „Liebe“ nenne, also existiert die Liebe. Von anderen Personen wurde mir glaubhaft versichert, dass sie ein ähnlich gelagertes Gefühl empfinden, in der Praxis verlasse ich daher meinen Solipsismus und gehe von der Existenz andere liebender Personen aus. Beweise für die Existenz dieser Personen habe ich leider nach wie vor nicht, aber die Liebe ist doch der beste Anscheinsbeweis für die Existenz andere Personen, den ich habe. Das nur nebenbei.

    Beweis für die Existenz Gottes

Für die Existenz Gottes (m/w) gibt es bereits einige bewährte Beweise, eigentlich Anscheinsbeweise, der Interessierte schlage zum Beispiel den kosmologischen, teleologischen oder ontologischen Gottesbeweis nach. Ich jedoch, da ich schon sehr elegant die Existenz von mir und der Liebe vollzogen habe, kann mir einen weiteren Beweis sparen, indem ich einfach auf das vierte Buch des neuen Testaments verweise: „Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe.“ – 1. Johannes 4, 8

Ich hoffe, ich konnte schlüssig darlegen, dass ich, die Liebe und Gott existieren. Im kurzen zweiten und letzten Teil dieser Miniserie soll daraus eine entscheidende Schlussfolgerung gezogen werden.

Der sINN des Universums 3: Die Rückkehr der tRAUM-Deuter

Wieder erhielten wir einige Zuschriften, die wir dem geneigten Leser nicht vorenthalten möchten.

Hochverehrter Herr wURST,

wir sind ein kleiner aber feiner (ein Mitglied trug bis zur Adelsverfolgung einen Titel) Philosophierclub aus Castrop-Rauxel. Ihre Offenbarungen haben uns tief bewegt. Wir haben einen kleinen Tempel in unserem Clubraum eingerichtet.

Wir haben keine Fragen mehr.

Hochachtungsvoll
[Name ist der Blogadministration bekannt]

Der Blogautor bittet darum, derartige kultische Handlungen zu unterlassen. Hier wird spekulative Philosophie betrieben, es werden jedoch keine Offenbarungen mitgeteilt. Hören Sie bitte auch nicht auf, nachzudenken. Es hätte keinen Sinn, Neopaganismus, Swedenborgianismus, Rosenkreuzertum, Scientologentum usw. durch Wurstanismus, Hannesianismus, Wurstkreuzertum, Wurstologentum usw. zu ersetzen. Ebenfalls wäre es unsinnig, den „Wurstturm“ in den Händen haltend in Fußgängerzonen herumzulungern. Wer dennoch seiner Verehrung Ausdruck verleihen möchte, der möge dieses Symbol ausdrucken und in einem Medaillon stets bei sich tragen:

Zur Sache. Wie weiter oben beschrieben ist der sINN des Universums möglicherweise deshalb unbekannt, weil das Universum tatsächlich eine Schöpfung ist, eine Komposition, und weil ein Akteur (m/w) innerhalb dieses Universums, wahrscheinlich das erschaffende Element selber, planmäßig diese Unwissenheit konstruiert hat.

Dies wäre eine nicht zu unterschätzende Leistung des Schöpfers (m/w), der definitionsgemäß den sINN ja kennt bzw. selber der sINN ist. Dies ist nicht weniger eine Singularität wie das „unbewegte Bewegende“, denn das Konzept des beschränkten Wissens muss für ein allwissendes Individuum vollkommen unbekannt sein. Überhaupt muss ein allwissendes, allmächtiges Individuum es äußerst schwer haben, sich die Existenz weiterer Individuen vorzustellen.

Kraft seiner Allwissenheit wird der Allwissende (m/w) stets wissen, was das Individuum jeweils denkt oder tun wird. Damit ist aus der Sicht des Allwissenden jedoch der Charakter der Individualität verlorengegangen; wer ein Individuum erschafft und alles über jeden Zustand dieses Individuums weiß, der wird die Handlungen des Individuums ungefähr so individuell finden wie einen zu Boden fallenden Stein.

Um also wirkliche Individuen – vielleicht nach dem Ebenbild des Schöpfers  – zu erschaffen, muss der Schöpfer seine eigene Allwissenheit künstlich beschränken. Er muss eine partielle Unwissenheit konstruieren. Es ergibt sich daraus, dass auch die geschaffenen Individuen nicht allwissend sein können, da dann auch ihr Intellekt sozusagen einseitig mit dem Schöpfer direkt verbunden wäre. Die Schöpfer / Geschöpf Rolle würde sich quasi umkehren, das Geschöpf wäre allwissend, der Schöpfer kein Individuum mehr; ein Gedankenspiel das hier nicht weiter ausgeführt werden soll.

Oh süße Unwissenheit, größte Erfindung unseres geliebten Schöpfers (m/w). Aus der Erfindung der Unwissenheit ergibt sich quasi zwangsläufig auch die Beschränkung der Reichweite und der Lebenszeit. Wäre der Mensch unsterblich (es hätte dazu kommen können, denn nicht nur die Frucht der Erkenntnis sondern auch die Frucht der Unsterblichkeit war prinzipiell im Paradies verfügbar, was dann übrigens auch der Grund der Vertreibung aus dem Paradies war), dann würde er dem Universum bald viele Geheimnisse abringen und auch über sich selbst so gut Bescheid wissen, dass Dekadenz und Langeweile die Individualität nicht weiter wünschenswert erscheinen lassen dürften. Ebenso war es ein kluger Schachzug, die Reisegeschwindigkeit unter der Geschwindigkeit des Lichts zu fixieren (eine physikalische Notwendigkeit, die sich der Schöpfer, wie jede physikalische Notwendigkeit, einfach ausgedacht hat).

In der nächsten Folge – die vielleicht erst nach der Sommerpause erscheinen wird – soll praktisch ausgemalt werden, wie der Schöpfungsprozess vor sich ging, was voraussichtlich mit der Schöpfung passieren wird, und warum Menschen gerne mehr essen, als gesund ist. In der darauffolgenden Folge wird übrigens erklärt, was der Schöpfer davon überhaupt hat. Sofern es ihn gibt.

Der sINN des Universums (2a): Mögliche Ursachen der Unbekanntheit des sINNs

Wieder ist es nötig, ein Paralipomenon zum vorherigen Artikel nachzustellen. Zwischen den später zu erörternden Möglichkeiten 2 (der sINN ist aufgrund mangelnder epistemologischer Möglichkeiten nicht zugänglich) und 3 (die Unbekanntheit des sINNs ist teleologischer / noosphärischer Natur) gibt es nämlich eine Art „Hybridlösung“, die unbedingt erwähnt werden muss. Ein aufmerksamer Leser teilte dies mit:

Hochverehrter Herr wURST,

Sie sind gebenedeit unter den Blogschreibern. Ihr Reich komme, Ihr Wille [… Anm. des Blogautors: Wieso wird Gott im Allgemeinen eigentlich geduzt? Hat er es angeboten?]

Nun zu meiner Aussage: Dieser von Ihnen so herrlich erörterte sINN war mir bis vor einiger Zeit bekannt. Inzwischen habe ich ihn leider vergessen.

Hochachtungsvoll
[Name ist der Blogadministration bekannt]

Dem ist nicht viel zuzufügen. Tatsächlich wäre es möglich, dass der sINN einst bekannt war, jedoch (was sowohl vorteilig als auch nachteilig sein könnte) einfach vergessen wurde.

Tatsächlich ist das Vergessen ein wichtiger Bestandteil der mentalen Sphäre. Nicht nur, dass es als Kapazitätsschutz dient, denn entgegen einiger populärwissenschaftlicher Mythen ist die Speicherkapazität des Gehirns sehr wohl beschränkt. Die Kapazität ist durch die Art der assoziativen Datenverarbeitung schwer in Bits und Bytes konvertierbar, wird aber auf ca. zwei bis acht Terabyte geschätzt. Insofern hat das Vergessen die wichtige Funktion der „Garbage Collection“.

Das Vergessen hat aber noch andere Funktionen. Junge Eltern eines Kleinkinds können sich oft kaum vorstellen, den erheblichen Stress der Elternschaft ein weiteres Mal auf sich zu nehmen. Erst nach der Geburt des nächsten Kindes fällt ihnen der Schlamassel wieder ein. Hier dient das Vergessen also der Arterhaltung.

Allgemein gesprochen gibt es unzählige Gelegenheit zum Beispiel auch in Kommunikation und Zwischenmenschlichkeit, das Vergessen als Segen und nicht als Defizit zu empfinden. In der Tat ist es verwunderlich, dass außer allen möglichen albernen Gehirnjogging Produkten nicht auch ein paar ganz vernünftige Memory Burner angeboten werden.

Es kann eingewendet werden, dass es ja nicht nur wichtig ist überhaupt vergessen zu können, sondern auch das Richtige zu vergessen, und dass es ja wohl kaum vernünftig sein kann und deswegen weit hergeholt ist, dass der sINN – wahrscheinlich kollektiv – vergessen wurde.

Ob es sinnvoll war den sINN zu vergessen, steht auf einem andere Blatt. Ganz unwahrscheinlich ist es jedoch nicht. Auch andere bedeutende Informationen sind in wenigen Jahrtausenden verloren gegangen, zum Beispiel die Technik der Erbauung vieler Pyramiden oder die Herstellungsweise der darin gefundenen Artefakte (Amphoren, deren Hohlräume „ums Eck“ gefräst wurden).

Das Informationszeitalter wird diese Form des Vergessens nach Meinung des Blogautors übrigens nicht unwahrscheinlicher machen. Unsere Nachfahren werden in 150 Jahren zu Recht mit einiger Skepsis auf die Berge aus Wikipedia-Datenmüll, WordPress-Blogmüll und den ganzen virenzerfressenen Spam schauen, der heute produziert wird. 1000 Jahre später wird darüber gestritten, ob es das Internet je gegeben hat, und ob auch Speisen und Getränke per E-Mail verschickt werden konnten.

Wäre es nicht so, dann würden die neuronalen Netze (=Gehirne) der Menschen überoptimieren und in einem lokalen Maximum steckenbleiben, was nichts anderes bedeutet als Stagnation aufgrund einer als optimal angenommenen Lösung. Den gleichen Fehler vermeidet die genetische Evolution durch Kreuzung, (nur) partielle Selektion und Mutation, man könnte sagen, dass auch die Replikationsmechanismen des Genoms vergessen.

Zusammenfassend: Das Vergessen ist eine plausible Ursache dafür, dass der Blogautor den sINN nicht kennt. Andere plausible Lösungen folgen demnächst hier, im phänomenal-holistischen, astro-spatialen hANNES wURST Transzendentalblog.

Der sINN des Universums (2): Mögliche Ursachen der Unbekanntheit des sINNs

Kurze Rekapitulation:  der hier gesuchte sINN ist ein aus sich selbst heraus sinnvoller, überzeitlicher und überräumlicher Sinn des Universums. Gibt es einen solchen sINN, dann „infiziert“ er wahrscheinlich andere Vorgänge und Zustände mit seiner sINNhaftigkeit. Die Vorgänge jedoch, die nicht sINNvoll sind (weil sie zum Beispiel durch Überdeckung für die Sache des sINNs gar nicht auftreten), wurden sCHROTT genannt.

Gegen diesen Begriff habe ich jedoch Zusendungen mit Einwänden erhalten. Stellvertretend für den Tenor der  Leserreaktionen sei Folgendes aufgeführt:

Hochverehrter Herr wURST,

Sie sind nicht nur außerordentlich visionär und intelligent, sondern auch unglaublich mutig. Ich habe dies auch in Davos angesprochen, und habe nur Zustimmung erfahren: Sie sind tatsächlich […]

Nun zu meiner Frage: wieso nennen Sie alles, was keinen „sINN“ hat – dessen Existenz ja Ihrer Meinung nach ungewiss ist – einfach nur sCHROTT? Das erscheint mir unnötig despektierlich.

Hochachtungsvoll
[Name ist der Blogadministration bekannt]

Ich muss dem Kommentator Recht geben. Zwar habe ich den Ausdruck „sCHROTT“ mit Bedacht gewählt, denn tatsächlich muss was Schrott ist ja nicht Schrott bleiben, zum Beispiel weil es wiederverwertet wird, jedoch hat der Ausdruck ein Geschmäckle, und das ist nicht im Sinne des Sache. Vorgänge und Zustände, die den weiteren Verlauf der Zeit nicht sinnvoll beeinflussen, sollen daher ab jetzt „tRAUM“ heißen.

Es gibt also eventuell sINN, ganz sicher jedoch tRAUM (jedenfalls meinen). Wem auch der Traum als Metapher noch zu abwertend erscheint, der möge sich an den Ausspruch des Pindar (als Jesus noch lange im Ententeich war) erinnern: „Eines Schatten Traum ist der Mensch.“

Jetzt geht es zur Sache. Warum kennt (zumindest der Blogautor) den sINN des Universums nicht? Einige Erklärungsversuche:

1)      Es gibt keinen sINN.

2)      Es gibt einen sINN, aber der Blogautor ist aufgrund mangelnder (z.B. intellektueller) Fähigkeiten nicht in der Lage, diesen zu erfassen.

3)      Es gibt einen sINN, aber der intellektuelle (epistemologische) Zugang ist dem Blogautor verwehrt, weil ein solcher Zugang andere Ziele gefährden könnte.

Möglichkeit 1 bedarf keiner weiteren Betrachtung. Wenn es keinen sINN gibt, dann ist alles tRAUM und der Mensch muss sich mit lokalen Sinnzusammenhängen begnügen beziehungsweise er schafft sich den Sinn seines Lebens (und damit, da die Welt die jeweilige Vorstellung des Subjekts ist, auch des Universums) selber. Dies ist wohl die plausibelste Variante – aber für den Philosophen vielleicht ein wenig unergiebig.

Möglichkeit 2 ist nur dann interessant, wenn dieser Zustand vorübergehend ist, oder wenn dieser Zustand nur für den Blogautor gilt. Dann kann in Form von Detektivarbeit vielleicht doch noch ein sINN aufgespürt werden. Dieses Blog befasst sich damit jedoch nicht weiter, da hier philosophiert und nicht herumgeschnüffelt werden soll.

Möglichkeit 3 erscheint einerseits unwahrscheinlich, ist andererseits philosophisch sehr ergiebig, und soll alleiniger Gegenstand der weiteren Untersuchung sein. Möglichkeit 3 umfasst eine große Gruppe von Eventualitäten, die ihren Charme daraus ziehen, dass der sINN nicht bekannt ist, weil es nicht sINNvoll wäre, den sINN zu kennen.

Der sINN wäre dann vielleicht deshalb unbekannt, weil – ähnlich wie bei einem Scherz mit versteckter Kamera oder einer Blindstudie – Vorgänge und Zustände durch die Unergründlichkeit des Gesamtzusammenhangs an Effektivität gewinnen oder dadurch erst sINNvoll sein können.

Freuen Sie sich auf die nächste Folge, in der das hANNES wURST Blog einige der erstaunlichen möglichen Ursachen von gefühlter sINNlosigkeit (=tRÄUMerei) beleuchtet.

Der Sinn des Universums (1c)

Dies ist der wirklich letzte Artikel über den Sinn des Wortes „Sinn“ in „Der Sinn des Universums“. Wer die Bedeutung bereits voll erfasst hat, möge mit „Der Sinn des Universums (2)“ fortfahren. Allen anderen wird dieser Artikel als zusammenfassende Darstellung empfohlen, die Erfassung der Bedeutung von „Sinn“ ist unbedingte Voraussetzung für das Verständnis von „Der Sinn des Universums (2)“ und anderen künftigen Artikeln.

Die folgende Illustration schematisiert unter Anderem einige Handlungen und Zustände, die für sich gesehen immanent sinnvoll sind.

Die hANNES wURSTsche sINNtraube

Die hANNES wURSTsche sINNtraube

Jedoch haben selbst solche immanent sinnvollen Tätigkeiten wie die Kolonialisierung des gesamten Universums gemäß der vorliegenden Untersuchung keinen Sinn, wenn es keinen allumfassenden, ganz oben eingetragenen, Sinn des Universums gibt. Bildlich gesprochen ist dieser Sinn, der aus sich selbst heraus sinnvoll ist, der Anker, der die ganze darunter hängende Sinntraube hält, die jedoch jämmerlich ins Nichts zerfällt, wenn dieser Anker nicht vorhanden ist. Das hANNES wURSTsche sinnlose Sinngebende (im Folgenden „sINN“) ist die Grundlage für die eventuelle Existenz jeden anderen Sinnes, da diesen anderen Teilsinnen erst durch diesen sINN transzendenter Sinn verliehen wird.

Worin und woraus (ein wofür gibt es natürlich nicht) dieser sINN besteht, kann selbstverständlich nur Gegenstand von Spekulation sein, da die Erfassung dieses Sinnes jenseits des transzendentalen Erfahrungshorizonts liegt. Es lassen sich jedoch genügend Eigenschaften des sINNs feststellen, um eine metaphysische Untersuchung zuzulassen (es gibt allerdings auch Wenig, was keine metaphysische Untersuchung zulassen würde). Aus den letzten Artikeln können folgende Eigenschaften des sINNs  entnommen werden.

  • sINN ist zeitlich und räumlich unbegrenzt
  • sINN verursacht kausal alles je Sinnvolle
  • Nicht alles je Existierende muss kausal durch sINN verursacht sein

Der letzte Satz bedarf einer Erläuterung, auch deshalb, weil sich hierin eine Unterscheidung von sINN und der traditionellen Auffassung eines allmächtigen, allgegenwärtigen Gottes zeigt. Es kann nämlich nicht vorausgesetzt werden, dass der sINN, auch wenn er existiert, das Universum vollständig durchdringt. Vielmehr ist es möglich, dass das Universum nicht nur aus sINN, sondern auch aus sCHROTT besteht.

Dieser sCHROTT entsteht durch sinnlose Vorgänge und Tätigkeiten, die selbst ein Laplacescher Dämon getrost außer Acht lassen könnte, wenn er den späteren Zustand des Universums bestimmt. Es handelt sich also um vollkommen nichtige Angelegenheit, die zwar theoretisch innerhalb des Gesamtsystems wirken könnten, es aber nicht tun, zum Beispiel weil eine Gegenwirkung eine Folgewirkung verhindert. sCHROTT liegt ebenfalls jenseits des Erfahrungshorizonts, diesmal aber unter diesem, denn er ist so nichtig, dass er nicht erfahren werden kann.

Es sei bemerkt, dass das Universum, sollte es nicht über einen sINN verfügen, in Gänze sCHROTT sein muss. In der nächsten Folge wird dann endlich der interessanten Frage nachgegangen, warum der Blogautor nicht einmal weiß, ob sINN existiert.