Propaganda – offensichtlich…

Tagesschau.de am 20.10.2015

…aber scheinbar meint die ARD, dass ein solcher Bericht (in den Kommentaren ist zu lesen, dass die Syrien-feindliche Quelle des Berichts außerdem dubios ist) mit einem derart plakativen „Russen böse, al-Assad böse“ Foto immer noch subtil genug ist, um a) als neutrale Berichterstattung durchzugehen und b) die Leser zu zwingen, über Rundfunkgebühren für diesen Schund zu bezahlen.

Verantwortlich ist der Chefredakteur Dr. Kai Gniffke, ein untragbarer Flachhansel, dessen Vertrag jetzt – ich verstehe nicht warum – noch einmal verlängert wurde. Warum Flachhansel? Als er dieses Jahr die Bilder der scheinbar mit dem gemeinen Volk demonstrierenden Politiker in Paris senden ließ, wurde er zu Recht schwer kritisiert. Man lese seine Reaktion darauf und überlege, ob „untragbarer Flachhansel“ als Kompliment durchgeht:: http://blog.tagesschau.de/2015/01/13/die-verschwoerung-von-paris/

Dieser Mann hat die Tagesschau zustört. Er ist außerdem so eitel, dass er kritische Kommentare in seinem eigenen Blog zensiert (meine jedenfalls wurden trotz moderater Wortwahl nicht veröffentlicht). Aua, Herr sog. Journalist.

Ich habe schon 2008 über Gniffke berichtet, damals war mir aber noch nicht klar, wie schädlich der Mann wirklich ist: https://hanneswurst.wordpress.com/2008/03/03/dr-gniffke-kollegenarsche-gerettet/

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16 Gedanken zu „Propaganda – offensichtlich…

  1. genova68

    In Bezug auf Paris war das, glaube ich, anders: Die Medien haben das in Augenhöhe aufgenommene Foto gezeigt, danach kam ein anderes, das suggerierte, dass hinter dem Politikertross niemand mehr kam. Das stimmte aber nicht. Es gab lediglich einen Sicherheitsabstand von etwa 50 bis 100 Metern. Danach kam die Masse der Demonstranten. Die Sicherheitsleute der Politiker hatten um diesen Cordon gebeten. Verständlich. Das Foto von oben, das gezeigt wurde, war absichtlich an genau der Linie geschnitten, hinter der die Demonstrantenmasse anfing. Man wollte suggerieren, dass die Politiker alleine gingen. Die Propaganda fand also eher auf dem zweiten Foto statt.

    Ich habe das zweite Foto einmal ungeschnitten gesehen, da sah man diesen leeren 50-Meter-Streifen inklusive der Masse dahinter.

    Die Erklärung von Kniffke ist allerdings wirklich peinlich.

    Zu oben: Russen böse und Assad böse finde ich völlig in Ordnung. Amis böse und EU böse fehlt halt noch. Da noch groß zu unterscheiden, ist nicht nötig.

    Schätzt du denn die Rolle der Amis so fatal ein, wie das oft dargestellt wird? Dass die den IS groß gemacht haben? Bei wikipedia lese ich, dass die den IS ein wenig aufgepäppelt haben, er ihnen dann aber entglitten ist. Die haben, glaube ich, nichts unter Kontrolle. Den Irak haben sie kaputt gemacht, jetzt haben sie dort eine schiitische Regierung,die sich tendenziell mit dem Hauptfeind der Amis, dem Iran verbündet und die tendenziell eher Assad unterstützen, den die Amis auch lieber weghaben wollen. Die Amis haben offenbar vor allem zu viel militärische Potenz, die sie einsetzen können, aber wenig Ahnung. Auch nicht ungefährlich.

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    1. hANNES wURST Autor

      Vielen Dank für Deinen sachdienlichen Kommentar, lieber genova. Die Paris-Chose habe ich so in Erinnerung: in der Tagesschau um 20h wurde es definitiv so bebildert, als gingen die Politiker einer Menschenmasse voraus. Ich habe es selbst gesehen und mich wegen der Sicherheitsproblematik gewundert. Gniffke schreibt, man hätte auch die anderen Perspektiven gezeigt. Stimmt, was er aber nicht schreibt: haha, um 20 Uhr wurden die anderen Perspektiven nicht gezeigt. Vielleicht um 23 Uhr. Sowas nenne ich heute einen Gniff. Ich habe dann im Netz die anderen Perspektiven gesehen (meiner Erinnerung nach wurde die Prominenz in einer Nebenstraße aufgestellt, der Mob war abgesperrt) und kam mir regelrecht verarscht vor. Zwar kann man sagen, in diesem Fall ist es doch scheißegal, aber die Sache ist symptomatisch, speziell bei der Tagesschau wird zwar nicht gelogen (oder jedenfalls nicht dass ich wüsste), aber es wird gefärbt. Es ist gerichteter Journalismus, und dafür müssen wir auch noch zwangsweise zahlen.

      Meine Meinung zu Syrien: Du weißt ja, dass ich das Land 2003 bereist habe und total begeistert war. Syrien, damals schon auf der „Achse des Bösen“, kam mir sicher, blühend, sympathisch vor, übertraf weit meine Erwartungen. Ich hatte wegen Visakrempel auch ein bisschen mit der Bürokratie zu tun – freundlich und hilfsbereit. Ich verlasse mich auf meine Erfahrung und glaube die Horrorberichte über das Regime nicht. Ich halte das sämtlich für westliche Propaganda, Syrien unter al-Assad ist einfach nicht das, was der Wesen sich wünscht, also wurde es im Rahmen des „arabischen Frühlings“ (Tunesien OK, der Rest: scheiß drauf) destabilisiert. Die bewaffneten Aufständischen wurden hochgezüchtet. Und selbst jetzt, nach vier Jahren Bürgerkrieg, kriegt der Westen es nicht hin, einzugestehen, dass diese Unterstützung ein Abweg war und dass Putin in der Sache gut tut. Merkel hat ja wenigstens die Intelligenz gezeigt, öffentlich zu sagen, dass man mit al-Assad reden muss. Aber was der von mir sonst gelobte Steinmeier sich dann herauswürgt ist lächerlich, von wegen „ja, man müsse mit ihm vielleicht einmal reden, aber weg muss er doch“. Ich bin in dieser Sache voll für das al-Assad Regime und halte die Vorwürfe gegen al-Assad für genauso haltlos (und gefährlich!) wie gegen Hussein oder Gaddafi.

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  2. genova68

    Naja, sind denn die Berichte von den mordenden Assad-Schergen alle erfunden? Das Regime ging und geht mit großer Grausamkeit gegen die eigene Bevölkerung vor, es gab den arabischen Frühling, die Antwort war Gefängnis und Folter. Natürlich machen die Amis und der Westen eine imperalistische und menschenverachtende Politik, aber das macht Assad und Putin nicht besser.

    Und es gab auch viele, die 1936 zur Olympiade in Berlin waren und alles total sympathisch fanden.

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  3. hANNES wURST Autor

    Welche Berichte meinst Du genau? Ist al-Assad ein gesuchter Kriegsverbrecher? Was wird seiner Regierung vorgeworfen? Ich lese dazu nur diffuses propagandistisches Zeug (wie Deine Erwähnung von der Olympiade, die ich überhaupt nicht einordnen kann).

    Ich habe mich wirklich bemüht, die im Westen vorherrschende Einstellung zur syrischen Regierung zu verstehen, auch herumgefragt:

    https://www.quora.com/Which-crimes-that-make-him-intolerable-for-the-NATO-did-Bashar-al-Assad-commit-exactly
    https://www.quora.com/Why-do-western-leaders-desire-the-resignation-of-Bashar-al-Assad

    Aber mir drängt sich der Verdacht auf, dass die Anti-al-Assad Koalition noch schlechtere Argumente gegen ihn hat als seinerzeit gegen al-Gaddafi oder Hussein und dass die Motivation des Westens damals wie heute überhaupt nichts mit Rücksicht auf die Bevölkerung zu tun hat.

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  4. Motherhead

    Allein die Tatsache, dass Assad mit dem IS gemeinsame Sache macht, ist doch schon bezeichnend.
    Ich stimme mit vielem, was du sagst überein, Wustel, aber Assad ist und bleibt ein Kriegsverbrecher. Der Mann hat Chemiewaffen eingesetzt, das sagt doch alles.

    Und das bekannte Argument, dass solche Staaten ohne Diktatoren noch mehr zerfallen, stimmt im Falle Syriens eben nicht: Ohne Assad würde sich der IS noch weiter ausbreiten.
    Die sind übrigens, nur mal am Rande, keine Ideologen wie al-Quaida, sondern verwenden die Religion zunächst als Mittel zur Ausdehnung ihrer Macht. Letztlich ist der IS schlicht eine Mafia-Organisation, die mit brutalsten Mittel ihren Machtbereich erweitern will, und dabei je nach strategischer Lage ihre Allianzen beliebig wechselt.

    Buchtipp:
    http://www.randomhouse.de/Buch/Die-schwarze-Macht/Christoph-Reuter/e481512.rhd

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  5. Motherhead

    HAHAHAHA!! Das Buch ist wirklich sehr gut. Christoph Reuter ist einer der wenigen westlichen Journalisten, die – Stand März 2015 – noch in der Region geblieben sind. Er ist Islamwissenschaftler und „Journalist des Jahres 2012“.
    Ein ganz anderes Niveau, als, sagen wir mal, das Handelsblatt. Irgendwie menschlicher.

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    1. Motherhead

      Nein, lies das Buch und du wirst vieles begreifen.
      Assad und der IS lassen gegenseitig so lange in Ruhe, bis klar ist, wer am Ende die Oberhand behält. Bester Beweis ist, dass die Russen 90 % ihrer Angriffe gegen die Rebellen fliegen und nur ein paar Feigenblatt-Aktionen gegen den IS starten.
      Sie machen jetzt gemeinsame Sache gegen die Rebellen, dann werden beide versuchen, sich gegenseitig fertigzumachen.

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      1. hANNES wURST Autor

        Verschiedentlich wurde kolportiert, die syrische Armee würde mit dieser oder jener Rebellengruppe oder eben mit dem IS gemeinsame Sache machen. Eine lokale Waffenstillstandsvereinbarung reicht in manchen Medien aus, um eine solche Aussage zu treffen. Unterstreicht doch schön, wie dämonisch das syrische Regime ist. Ist aber offensichtlicher Stuss, man braucht sich nur die real existierende Einnahme großer Teile Syriens vor allem durch den IS anzusehen um zu checken, dass da nichts dran sein kann.

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  6. Motherhead

    Christoph Reuter war jahrelang vor Ort, ist einer der renommiertesten deutschsprachigen Kenner der Lage vor Ort (soweit man sie überblicken kann. Kein Hampelmann, sondern Islamwissenschaftler, der seit 20 Jahren in der Region lebt und recherchiert.
    Und DVA ist ein guter Verlag.
    Bitte lies erst das Buch, dann führen wir die Diskussion weiter.

    Antwort
    1. hANNES wURST Autor

      Wenn das Deine (alleinige) Diskussionsbasis ist dann ja: lassen wir es lieber. Ehemaliger Stern-, jetzt Spielgelreporter. Der Spiegel hat zum Thema al-Assad eine ähnlich eindeutige Meinung wie die ARD, oder die Regierungen der USA, Frankreich, oder Großbritannien: alle sind so hoch auf den Baum geklettert, dass sie selbst dann nicht herunterkämen, wenn al-Assad den Friedensnobelpreis erhielte.

      Antwort
  7. Motherhead

    Zum Thema ARD: Was soll man sagen? Der WDR als größte Landesanstalt wurde in längst vergangenen Zeiten von der Reaktion (nicht Redaktion) als „Rotfunk“ verspottet, war also sozialdemokratisch im besten Sinne des Wortes. Heute ein dekadenter Lotterhaufen, wo jeder nur noch seine Pfründe sichert. Und das Niveau rauscht beharrlich in den Keller; meines Erachtens in den letzten zwei Jahren mit zunehmender Geschwindigkeit. Folge der seit Anfang 2013 per Dekret verfügten garantierten Vollversorgung. Eine unheilvolle Allianz mit dem Staat, vergleichbar nur mit der Kirchensteuer. Nur dass man aus der Kirchenanstalt austreten kann.

    Antwort
  8. Motherhead

    Aber ich habe wenigstens eine Diskussionsbasis. Wie gesagt, Reuter hat mehrere Auszeichnungen erhalten. Was schreibst du dir da eigentlich zusammen? Assad, der Friedensstifter? Der Mann ist ein Schwerstverbrecher gegen die Menschlichkeit, Punkt.

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    1. hANNES wURST Autor

      Deine Diskussionsbasis besteht aus diesem Buch, das Du offensichtlich für autoritativ hältst. Außerdem – so nehme ich an – fühlst Du Dich durch die einseitige mediale Berichterstattung in Deutschland bestätigt und wähnst Dich auf der Seite der „Guten“, wenn Du gegen das syrische Regime polterst. Ich finde diese Haltung insgesamt nicht unbegründet, vor allem im Licht der aktuellen Vorwürfe über 65.000 Entführungen durch das Regime. Zu bedenken gebe ich aber, dass aktuell die Ablehnung al-Assads das Ende des Krieges eher ferner rücken lässt. Eine Lösung ohne al-Assad könnte ein weiteres Libyen bedeuten. Man kann ja immer noch politisch daran arbeiten, das Regime loszuwerden, aber erst muss der Krieg in Syrien beendet werden.

      Weiterhin zweifele ich an der Glaubwürdigkeit der meisten regimekritischen Reports, die in den deutschen Medien meist kritiklos übernommen werden und deren Urheber eindeutig regimekritisch sind, Meistens ist es die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“, lies bitte hier kurz nach, was von denen zu halten ist: https://de.wikipedia.org/wiki/Syrische_Beobachtungsstelle_f%C3%BCr_Menschenrechte Ein Witz, dass sich die Medien dort immer noch bedienen (lassen).

      Der aktuelle Amnesty Bericht stammt vom „Syrischen Netzwerk für Menschenrechte“, das in Deutschland bisher selten als Quelle verwendet wurde. Über diese Quelle weiß ich nicht viel – nur ist klar (http://sn4hr.org/) dass dieses Netzwerk regimefeindlich ist. Wie kann es dann als seriöse Quelle dienen?

      Antwort
  9. Motherhead

    Reuter kritisiert gerade, dass die mediale Berichterstattung nicht objektiv sei.
    (Als Beispiel nennt er die Befreiung der Jesiden vom Berg Sinja im August 2014, die die Amis sich auf die Fahne geschrieben haben. Tatsächlich wurden die von PKK-Kämpfern befreit. Als die Amis kamen, waren nur noch ein paar Tausend Jesiden vor Ort.)

    Ich kann natürlich auch nicht beurteilen, was alles wahr und was falsch ist (wer kann das schon?).
    Der Aussage, dass Assads Präsenz an und für sich Syrien zunächst stabil hält, stimme ich zu. Danach muss er weg. Aber dann kommt halt der nächste Tyrann oder ein amerikanischer Statthalter, was weiß ich..

    Ich finde Reuter aber auch aufgrund der Namensähnlichkeit zu Wörtern wie „Euter“ und „Klabeuter“ gut, lese bevorzugt Meldungen von Reuters.

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