Geil und laut

1966 rannte Marius Müller-Westernhagen in Düsseldorf herum, er was Sänger in einer Rock’n Roll Band. 1978 erschien ein sentimentales Lied über diese Zeit. Müller-Westernhagen wusste noch nicht, dass er 1989 unsägliche Partyquäler wie „Sexy“ raushauen würde, sonst hätte er sich seine Trauer aufgespart. In den frühen 80ern jedoch, beim Toben in der Jugendherberge, war Müller-Westernhagen für uns ganz groß. Einige Soundfetzen klingen mir noch heute im Ohr und wurden im Folgenden in gewohnter Manier verwurstet. Da fällt mir ein: gut ist, was zu einer Wurst verarbeitet werden kann. Aber dazu ein anderes Mal.

Directlink: http://soundcloud.com/wurstlbanger/geil-und-laut

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25 Gedanken zu „Geil und laut

  1. David

    „gut ist, was zu einer Wurst verarbeitet werden kann.“

    Wahrlich ein bedenkenswertes Kriterium, das geeignet ist, frische Wurst in die inzwischen etwas angestaubt anmutende und eher verdrießlich stimmende Ethikforschung zu bringen!

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    1. hANNES wURST

      Da ist etwas dran, auch wenn ich das ästhetische „gut“ meinte, im Sinne von: wenn man es verdauen kann, dann ist es auch etwas „wert“. Ich gebe aber zu, dass die Ethik hier schon stark hereinspielt, Herr Precht. Machen Sie doch ein Bilderbuch daraus. („Hansi macht eine Wurst. EIne liebe Wurst. Wieviele Würste kann Hansi machen, und wenn ja, woraus?“)

      Antwort
      1. David

        Ich war kurz davor, Ihnen tüchtig aufs Maul zu geben für Ihr impertinentes „Herr Precht“, doch wandte ich in letzter Sekunde Ihren Grundsatz an und stellte fest, daß nichts mit Notwendigkeit ausschließt, Herrn Precht zu einer Wurst zu verarbeiten, und dieser mithin gut ist.

        Ethisch betrachtet stellt sich nun die Frage, ob es auch gut ist, Herrn Precht zu einer Wurst zu verarbeiten. Nehmen wir an, daß im Verarbeitungsprozeß, der aus Precht eine Wurst macht, auch Prechts Verarbeitung zu Wurst selbst, als ein Produktionsmittel, zu Wurst verarbeitet wird, so müssen wir diese Frage zwingen bejahen und auf eine entsprechende Anpassung des StGB drängen.

        Danke für den Hinweis!

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      2. hANNES wURST

        Mir fällt gerade auf, dass Precht ja gut wäre, wenn man ihn zu einer Wurst verarbeiten könnte. Da dieser Vorbedingung nicht zuzustimmen ist, steckt leider ein Fehler in Ihrem Kalkül.

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  2. genova68

    Toll, was du alles kannst. Du scheinst noch hochbegabter und wunderkindiger zu sein als ich. Freut mich auch, dass der Precht dich immer noch beschäftigt.

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  3. Motherhead

    Extremst geilst! Auch geeignet, jungen Dingern die feuchten Höschen übers Knie zu ziehen?
    Scheiße, je älter ich werde, desto versauter. Kompensation fehlender Aktivität durch Kognitivität, würde ich meinen. Wo soll das hinführen?
    Ah geil, dieses Ende! Jetzt geht sie ab, die Kleine.

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    1. hanneswurst Autor

      Mother, ich möchte Dich bitten, solche niveaulosen Kommentare zu unterlassen. Bitte tobe Dich im „Exportabel“ Blog aus (http://exportabel.wordpress.com), welches als Refugium für Geschmacklosigkeiten aller Art geschaffen wurde. Der Blogwart „genova“ ist gleichermaßen ein Freund von kindlich vorgetragenen Huldigungen des Nationalsozialismus wie des derben Fäkalhumors. Und jetzt entschuldige mich bitte, ich glaube da meldet sich gerade die dicke Wurst, die während unseres schönen Ausflugs in der Eifel nicht kommen wollte, weil der Anblick der Burg Vogelsang von der Urtalsperre aus meinen Darm gelähmt hat wie ein Antidiarrhoikum aus einer anderen Welt.

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  4. genova68

    Mir gefällt es, ja. Wobei die Kategorie des Gefallens eine suspekte ist, sagt Adorno (vermute ich). Mir gefällt, dass du sowas machst, dass ich erneut einen Beleg für deine unglaubliche Kreativität bekomme und mein Respekt vor dir schon wieder ein wenig gestiegen ist.

    So herum wird ein Schuh draus.

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    1. hanneswurst Autor

      „Ja Schatz, das Essen schmeckt, wobei ich dazusagen muss, dass es natürlich schwierig ist zu beurteilen, was ein leckeres Essen ist und was nicht – falls es so etwas wie ‚lecker‘ überhaupt gibt. Jedenfalls beeindruckend, wie stoisch Du den riesigen Berg Kartoffeln geschält hast.“

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    1. hanneswurst Autor

      Mein Genelec 7050 Subwoofer weist hier einen objektiv gut definierten, schnellen Tiefbass aus. Auch Mother, der eher einfache Multimediaboxen verwendet, bezeugt einen angenehm kraftvollen Bass. Ich habe daher beschlossen, auf eine zusätzliche Betonung der Bässe vorerst zu verzichten, auch wenn ich die konstruktive Kritik ernst nehme.

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  5. Bersarin

    Dieses Musikstück zieht die Leichtigkeit des Daseins, die in den 70ern noch sozialdemokratisch die alte BRD durchsetzte, in die Tiefen der Geschichtsphilosophie: nachdem die Welt implodierte. Was bleibt, ist die Monotonie des Immergleichen. Hannes Wurst, Sie haben, denke ich, Nietzsche sehr viel gründlicher verstanden als manche seiner Apologeten. Und Sie haben ein tiefmelancholisches Musikstück komponiert bzw. gesampelt. Hat sich eigentlich die Gema schon bei Ihnen gemeldet?

    Die Platte „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ zählt wohl zu den besten, die Marius Müller-Westernhagen machte.

    @ Genova
    Adorno hätte wahrscheinlich eher wenig denn viel von gefallen gesprochen. Aber auf Nachfrage bei ihm kam dann doch die Antwort, daß jenes Stück von Hannes Wurst kein Pop, sondern der in diesen Zeiten notwendige Minimalismus sei. Was aber von Düsseldorf und diesen wild-wunderbaren Jahren mit 18 blieb: Geil und laut. Es ist das Dröhnen einer Memoire Involontaire, die das Residuum einer Zeit hervorbringt, die unwiederbringlich vorbei ist. Wir nennen diese Zeit: Unsere Jugend.

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    1. hanneswurst Autor

      Es freut mich, dass nun von Ihnen eine so farbige Analyse meines unbedeutenden Tuns vorliegt. Sie wissen ja, dass das Werk im Rezipienten ein Eigenleben führt, das mehr oder weniger mit der ursprünglichen Intention des Urhebers zu tun haben kann, was aber auch völlig in Ordnung ist. Auch kann der gute Zuhörer Motive entdecken, die den Musiker selber zwar geleitet haben, ihm dabei jedoch völlig unbewusst waren. Es ist Bedeutsam, das Rezeption so funktioniert, denn der gesamte geisteswissenschaftliche Fundus der Zivilisationen entsprang aus der Fortentwicklung weniger einfacher Grundgedanken. („Gucken. Packen. Picken. Kacken.“) Um die Gema mache ich mir keine Sorgen, die wissen ja nicht wo ich wohne. Sie jedoch treten ja mit Ihrem neuen Logo ein Stück weit aus der Anonymität heraus, eine Kinngegenüberstellung könnte vielleicht schon unangenehme Folgen haben. Ich rate an dieser Stelle zur Vorsicht.

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  6. Motherhead

    Ich hingegen finde es sympathisch, dass sich Bersarin nicht länger im Reza-Palahvi-Outfit darstellt. Irgendwie nicht mehr so krank wie vorher.

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  7. Motherhead

    Hanneswurst: Meine Boxen wind deutlich überdurchschnittliches Multimediabox-Niveau. Sie geben aber ihr O.k. für deinen Sound.

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  8. Motherhead

    HAHAHA, habe ich „wind“ geschrieben. Wollte aber „sind“ schreiben. Lustig, was so alles passieren kann in diesen modernen Zeiten. Früher, als es noch kein Internet gab, war das in Blogs undenkbar.

    Antwort
  9. Bersarin

    Du, Motherhead, ich bin und bleibe schon ein Perverser, auch wenn ich mein Bild geändert habe!

    @Hanneswurst
    Das auf dem Bild bin ich nicht. Es ist aus einem Film. Wer es errät, erhält meine Anerkennung.

    Ja, die Struktur eines Werkes verändert sich, unabhängig von allen Intentionen eines Schöpfers, selbst wenn dieser Schöpfer Gott bzw. ein Demiurg wäre.

    Antwort
    1. hanneswurst

      Ich kann nur vermuten, dass die abgebildete Person ein Mod aus dem London der 60er Jahre ist der nach einer tieferen Bedeutung in dem sucht, was ihn umgibt. Es ist jedoch nicht die Person, die nahe Phoenix im Flugzeug von der Polizei erschossen wird.

      Antwort
  10. Bersarin

    Hanneswurst, Sie sind verdammt gut. Sie könnten mein Mann sein. wenn es mal an harte und gefährliche Aktionen geht, wo der analytische, scharfe Verstand als auch die Kreativität einer ausschweifenden Phantasie gefragt sind.

    Antwort
    1. hanneswurst

      In der räumlichen Erfassung von Schlauchfiguren und Zuordnung von Bildausschnitten bin ich tatsächlich sehr gut. Für harte und gefährliche Aktionen bin ich jedoch nicht zu gebrauchen, da ich eher der gemütliche und etwas ängstliche Typ bin.

      Da fällt mir ein: wo ist eigentlich der Nörgler abgeblieben? Ich vermisse seine lapidaren Beiträge sehr.

      Antwort
  11. Bersarin

    Motherhead, Du bist sehr gut. Richtig getroffen. Nur wenige Filmfiguren – auch vom Kleidungsstil – kommen mir näher als diese. Vielleicht noch Gustav Aschenbach in Viscontis „Der Tod in Venedig“. Und wenn ich leichtbekleidet bin, vielleicht Johnny Weissmüller (natürlich in den mittleren und jungen Jahren). Aber verrate das niemandem, sonst wollen die Weiber wieder alle bei mir ran. (Aber hier lesen zum Glück nur Männer mit.)

    Antwort

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