Das Beschneidungsverbot von Köln

Vom lieben Genova (http://exportabel.wordpress.com) erhielt ich heute die Aufforderung „schreib mal was zur beschneidung, damit ich drüber diskutieren kann.“ Ich werde ihm diesen Ball gerne zuspielen.

Zunächst ist es für Interessenten ohne einschlägiges Vorwissen unabdingbar, die folgenden Dokumente zumindest zu überfliegen.

Der umfassende und qualitativ hochwertige Wikipedia Eintrag zum Thema Beschneidung (Vorsicht beim Aufruf am Arbeitsplatz, da Penisvarianten abgebildet sind):

http://de.wikipedia.org/wiki/Zirkumzision

Die  Urteilsbegründung des Landgerichts Köln:

http://adam1cor.files.wordpress.com/2012/06/151-ns-169-11-beschneidung.pdf

Ein paar wichtige Punkte zur Sache, die sich aus diesen Quellen erschließen:

  • Die Geschichte der Beschneidung ist Teil eines uralten und fortlaufenden Kampfes um religiöse, ethische, ästhetische und emanzipatorische Werte… und diese Liste der infrage stehenden Werte ist sicherlich unvollständig.
  • Für die jüdische Religion ist die Beschneidung am achten Tag nach der Geburt religiös identitätsstiftend; durch die Beschneidung wird ein Bund mit Gott eingegangen, das unbeschnittene Kind müsste die Verdammung fürchten. Die Beschneidung kann insofern im Rang mit der christlichen Taufe verglichen werden.
  • Der Islam ist in dieser Hinsicht etwas liberaler, die Beschneidung kann bis zum 13. Lebensjahr – teilweise auch später – stattfinden. Mohammed kam ohne (oder mit einer sehr kurzen) Vorhaut zur Welt – dies ist im Islam ein Erkennungszeichen für Propheten. Jesus – auch im Islam ein Prophet – ist hingegen als Jude beschnitten worden. Was sagt uns das. Wahrscheinlich nichts. Jedenfalls meinte Jesus, man könne von einer Beschneidung absehen und plädierte eher für einen ideellen Bund mit Gott. (Wenn ich mir die persönliche Bemerkung erlauben darf: man sieht einmal mehr, dass Jesus einfach OK ist.)
  • In der jüdischen Geschichte wurde der jüdische Beschneidungsbrauch unter nicht-jüdischen Regierungen häufig verfolgt und teilweise mit dem Tode bestraft. Noch im Sowjetregime wurden jüdische Kinder aus diesem Grunde häufig nicht beschnitten.
  • Es gibt ungefähr genauso viele Berichte und Belege über die ästhetischen, sexuellen, gesundheitlichen … Vorteile der Beschneidung wie es Berichte und Belege über deren Nachteile gibt. Der im Urteil des Landgerichts jedoch besonders bedeutsame Begleitumstand der Beschneidung ist das mögliche Auftreten von Komplikationen, das gerade bei jungen und jüngsten Patienten bestehende  Risiko von Verstümmlungen oder Schlimmerem, das mit der Beschneidung einhergeht.

Zunächst kann festgestellt werden, dass es verwunderlich ist, dass eine uralte Diskussion in Deutschland durch eine niedrige Gerichtsinstanz derart in den Fokus gerät wie dies jetzt geschehen ist. In der Urteilsbegründung selber wird zum Beispiel dieser Text http://www.amazon.de/Sozialad%C3%A4quanz-im-Strafrecht-Zur-Knabenbeschneidung/dp/3428134877 angebracht und verworfen, woraus ersichtlich ist, wie ausführlich die Diskussion auch in jüngerer Zeit geführt wurde. Das Gerichtsurteil selber kann somit nur als ein Ruf nach dem Gesetzgeber interpretiert werden, dessen Aufgabe es ist, in dieser schwierigen moralischen Frage Fakten zu schaffen. Das Gesetzt selber ist – wie in der Urteilsbegründung erkennbar – nicht sehr spezifisch in Hinblick auf die medizinische Vertretbarkeit von Beschneidungen im Speziellen. Da diese Bewertung jedoch offensichtlich sehr wichtig ist, um bei einem alltäglichen Vorgang Rechtssicherheit zu schaffen, muss der Gesetzgeber die unangenehme Aufgabe einer Entscheidung in dieser Sache möglichst bald in Angriff nehmen.

Wie könnte der Gesetzgeber vorgehen? Einige meiner Meinung nach wichtige Argumente möchte ich wieder in Listenform einbringen:

  • Die Komplikationsgefahr der Operation muss medizinisch möglichst genau ermittelt werden. Da ein Verbot einen „Beschneidungstourismus“ oder illegale, medizinisch nicht optimal durchgeführte Beschneidungen zur Folge haben könnte, müssen diese Umstände im Sinne des körperlichen Wohls des Kindes gegengerechnet werden. Da in den USA ca. 65% aller Neugeborenen beschnitten werden, scheint das Risiko meiner vorsichtigen Schätzung nach vertretbar zu sein.
  • Die möglichen seelischen Schäden, das Ausmaß der Verletzung der Selbstbestimmung des Kindes müssen bewertet werden. Allerdings auch umgekehrt die möglichen seelischen Schäden durch eine Nicht-Beschneidung, die insbesondere in der jüdischen Religionsgemeinschaft erheblich zu sein scheint. Das Landgericht bringt weiterhin an: „Diese Veränderung [die Beschneidung] läuft dem Interesse des Kindes später selbst über seine Religionszugehörigkeit entscheiden zu können zuwider.“ Wieso eigentlich? Kann ein beschnittener Muslim sich etwa nicht zum Atheismus bekennen – bzw. fällt ihm das deswegen schwerer, weil er beschnitten ist? Dieses Argument könnte nur dann gelten, wenn es Religionsgemeinschaften gäbe, die keine beschnittenen Männer akzeptierten. Diese gibt es meines Wissens nach jedoch nicht. Auf solche Begründungskonstruktionen hätte sich das Landgericht nicht einlassen sollen. Dass im Übrigen Eltern ihre Kinder religiös vorprägen, ebenso wie sie ihnen andere keineswegs stets universelle Wertvorstellungen „in die Wiege legen“ ist bekannt, akzeptiert und auch wenn die Selbstbestimmung dieser Kinder natürlich darunter leidet, so muss man diesen Fakt zumindest heute, wo die Erziehung noch nicht von Robotern erledigt wird, hinnehmen.
  • Das Gefährdungspotential der Beschneidung muss auch in Relation zu anderen, legalen Praktiken gesehen werden. Säuglinge werden getauft (Gefahr: Lungenentzündung), Kleinkindern werden Ohrlöcher
    geschossen, unnötige Verkehrsgefährdungen von Kindern werden andauernd hingenommen, eine gesunde Ernährung ist nicht in vielen Haushalten gewährleistet. Deutsche Kinder müssen reiten, klettern, schwimmen, skifahren, sich beim Ballett dehnen, beim Hochleistungssport ihre Gesundheit ruinieren. Einige Jahre später – spätestens mit 16 – ballern sie sich dann so mit Alkohol voll, dass das Beschwören der Gefahren der Beschneidung der traditionellen jüdischen oder islamischen Familie wie eine Groteske vorkommen muss.
  • Andererseits muss die Beschneidung auch klar von Praktiken abgegrenzt werden, die aus gutem Grund verboten sind. Dazu gehört die Beschneidung der weiblichen Genitalien, die in der gesamten EU verboten ist. Der Unterschied zur Zirkumzision liegt in den wesentlich schwerwiegenderen körperlichen und seelischen Folgen der Mädchenbeschneidung. Nur eine genaue medizinische Evaluierung kann klären, wie bedeutend diese Unterschiede wirklich sind. Auch die weibliche Beschneidung ist in einigen zentralafrikanischen Staaten gelebte Praxis, wir können sie in Deutschland dennoch ächten (das gilt natürlich erst recht für Praktiken wie das Transfusionsverbot  oder gar Ehrenmorde, auch wenn eine gewissen Sozialadäquanz auch bei diesen Praktiken gegeben ist). Dass es eine nicht eindeutige Linie zwischen der weiblichen Beschneidung und der Zirkumzision gibt – ich kann zumindest keinen kategorischen Unterschied erkennen, auch wenn ich die unterschiedlichen Auswirkungen für bedeutsam halte, zeigt, dass bei aktueller Gesetzeslage kein Gericht in dieser Frage ein einfaches Urteil fällen kann.

In der Summe stelle ich mich gegen eine Strafverfolgung der Beschneidung. Die Urteilsbegründung des Landgerichts Köln kann mich nicht überzeugen. Eine Gesetzesinitiative ist zur Klärung dringend notwendig. Wenn das Ergebnis wäre, dass Beschneidungen in Deutschland nur noch mit medizinischer Indikation erlaubt sind, dann könnte ich das tolerieren. Ich meine jedoch, dies wäre der falsche Weg. Vielleicht ist es insgesamt wünschenswert, wenn körperliche Eingriffe dieser Art bei Kindern so weit wie möglich unterbleiben. Aber die Initiative dazu sollte meiner Meinung nach von denen kommen, die mit der Beschneidungspraxis zu tun haben.

Ich bitte um Entschuldigung dafür, dass dieser Artikel so elend lang geworden ist, aber es war ja eine Auftragsarbeit.

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20 Gedanken zu „Das Beschneidungsverbot von Köln

  1. genova68

    Vielen Dank für diese gewissenhaft ausgeführte Auftragsarbeit, auf dich kann man sich verlassen.

    Um direkt auf den Punkt zu kommen: Die entscheidenden beiden Punkte sind a) die fehlende Selbstbestimmung bei einer Beschneidung eins acht Tage alten Säuglings bzw. eines Jungen unter, sagen wir, 14 Jahren, und b) die Körperverletzung oder vielleicht auch Verstümmelung, die da stattfindet. Ob er letzteres mit sich machen lassen will, kann jeder Mann selbst entscheiden, das Kind aber nicht.

    Dein Amazon-Link sagt:

    „das wegen seines Kindeswohlverstoßes zwar letztlich formell eine gefährliche Körperverletzung ist, gleichwohl aber dem Unrechtsverdikt als sozialadäquat nicht unterfällt.“

    Das ist wohl des Pudels Kern. Natürlich ist das eine Körperverletzung, wenn einem Kind gegen seinen Willen seine Vorhaut abgeschnitten wird, unwiderruflich. Es geht da ja auch um ein ziemlich wichtiges Organ. Man sagt aber nix dagegen wegen der Sozialadäquanz. Das heißt auf deutsch: Wenn ich das Wort Religionsfreiheit in den Mund nehme, bin ich heilig.

    Gerade im DLF gehört: Gesundheitsminister Bahr will Beschneidung weiterhin legal halten, wegen der „religiösen Selbstbestimmung“. Diese Selbstbestimmung findet nur als Gruppe statt, aber nicht bei den Individuen dieser Gruppe. In diesem Fall müsste der Staat sich klar auf die Seite des Kindes stellen.

    Der Staat regelt ja auch anderswo, welche Praktiken noch unter Religionsfreiheit fallen und welche nicht. Bei den Forderungen der Taliban beispielsweise ist ganz schnell schluss.

    Religionsfreiheit ist ok, wenn man auch von Religion frei sein kann. Natürlich ist eine religiöse Erziehung nicht grundsätzlich falsch und kann vom Staat eh nicht verhindert werden. Aber Körperverletzung sollte er verhindern, auch wenn die Tradition 3000 Jahre alt ist.

    Die Hintergründe sind aufschlussreich. Es zeigt sich bei der Beschneidung einerseits vermutlich ein sexueller Belang: Man will den Jungs da was austreiben, vielleicht die Selbstbefriedigung. Vielleicht standen auch einmal hygienische Gründe im Vordergrund, aber bei wikipedia liest sich das anders, wenn die Beschneidung von Sklaven erwähnt wird. Es geht wohl um sexuelle Kontrolle, was ja bei allen drei abrahamitischen Religionen ein wesentlicher Punkt ist. Es geht um Ausübung von Macht, bis ins Intimste hinein.

    Ich finde das Thema erst interessant, seit ich die Anne-Will-Sendung diese Woche dazu gesehen habe. Da saß ein deutscher Rabbi und meinte, ohne die Beschneidung sei das Praktizieren des Judentums nicht möglich. Eine Muslima neben ihm sah das das nicht ganz so streng, aber doch ähnlich.

    Soso, ohne Vorhautabschneiden kein Judentum möglich. Diese Religon hat einen ordentlichen Dachschaden, wenn der Rabbiner repräsentativ ist. In anderen Zusammenhängen würde man so einen Typen ins LKH einweisen, aber da er ein Religiöser ist, darf er das.

    Wohlgemerkt: Wer sich beschneiden lassen will, soll das tun. Aber nicht einem kleinen Kind Gewalt antun, weil sich perverse Riten seit tausenden von Jahren halten. Ich sehe da auch nicht den grundsätzlichen Unterschied zur weiblichen Beschneidung. Es hat einfach niemand die Geschlechtsorgane von Kinder mit dem Messer zu behandeln, wenn es nicht medizinisch notwendig ist.

    Die Praxis ist schwieriger, weil man eine Beschneidung überall durchführen darf und die Religionstrottel sich über Gesetze hinwegsetzen. Ich bin kein Verwaltungsbeamter.

    Wir werden mit den Perversionen der drei genannten Religionen noch lange leben müssen, weil sich deren herrschaftliche und regressive Seite immer wieder durchsetzt.

    Vielleicht schreibe ich bei mir auch noch was zu Thema, weil ich das so prima beispielhaft finde für den Machtanspruch von Religion. Ich glaube, Buddha ist mir tausendmal sympathischer.

    Antwort
    1. hanneswurst Autor

      Eine respektable und eindeutige Haltung zu Thema. Du gehst jedoch nicht auf die Verhältnismäßigkeit ein. Schon in der Grundschule wurde mir beigebracht, dass die weibliche Beschneidung brutal ist, dass die Frauen nachhaltig darunter leiden. Ich habe aber noch keine Beschwerden von muslimischen oder jüdischen Männern darüber gehört, dass ihnen das Geschlechtsorgan verstümmelt wurde (auch wenn es diese Beschwerden sicherlich gibt, zumal bestimmt auch einige Männer unter ersthaften Komplikationen der Beschneidung leiden). Ich meine, man muss erst klären, wie schlimm denn eine Beschneidung (zu der die WHO in HIV-Hochrisikogebieten rät) wirklich ist. Ansonsten kann man mit Deiner Argumentation auch fordern, dass den Kindern mit 14 zum ersten Mal und nur nach Zustimmung die Haare geschnitten werden. Auf meine Beispiele, was Kindern auch ohne Religion und in unserem Kulturkreis so zugemutet wird, bist Du nicht eingegangen.

      Das Beschneidungsritual ist natürlich ein schöner Aufreger vor allem für religionsferne Menschen. Ich finde, die Bedeutung der Vorhaut wird da gerne stark übertrieben, 65% der US Amerikaner sind dann „Verstümmelte“ usw. Wenn jetzt ein Atheist wie Du und andere Besserwessis daherkommen und die Beschneidung in einem Zuge mit der Religion anprangern, wird dies dann in der Sache nützlich sein? Ich meine nicht, selbst ein jüdischer Mann der selber unter seiner Beschneidung leidet und den Ritus lieber abschaffen würde, wird seine Religion und vielleicht kollateral den Ritus gegen Krakeeler wie Dich verteidigen. Ganz anders sieht es aus, wenn erwachsene jüdische und muslimische Menschen sich zusammenfinden, um eine Lobby gegen die Beschneidung von Kindern aufzubauen.

      Antwort
      1. genova68

        Ja, es interessiert sich niemand für Krakeeler wie mich, weil ich Atheist bin und von den Religiösen deshalb eh nicht ernstgenommen werde (oder schlimmeres). Damit komme ich klar, ich muss immer auch keine Rücksicht nehmen auf angeblich zartbesaitete Gläubige.

        Zu deinen Argumenten:

        1. Weibliche Verstümmelung ist sicher viel schlimmer als Beschneidung, keine Frage. Das Anliegen halte ich dennoch für ein Ähnliches, der frühe Eingriff in die Sexualität des Individuums, und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem es sich nicht wehren kann. Vorhautabschneiden tut sicher auch höllisch weh, kam bei Anne Will nach Aussage von Betroffenen so rüber.

        2. Die WHO rät Bescheidung in bestimmten Gegenden Erwachsenen zur Beschneidung, nicht Kindern. Und eben dieses Raten richtet sich an die Betroffenen selbst. Säuglingen kann ich nicht raten.

        Ich habe nichts gegen Beschneidung, wenn die Betroffenen das selbst entscheiden. Dagegen etwas zu haben wäre exakt die Übetretung der eigenen Kompetenz, wie sie Religiösen zugebilligt wird.

        3. Haareschneiden ist was anderes, das muss ich nicht begründen, oder? Ohrring stechen für Dreijährige finde ich auch problematisch, aber es verheilt. Segelohren anlegen für Säuglinge oder kleine Kinder gibt es hier nicht, oder? Klar geht es da auch um hinterfragbare Schönheitsideale, aber wenn ein 14jähriger das will, ist das eine völlig andere Nummer. Ebenso, wenn ein 14jähriger sich beschneiden lassen will. Genau dieses Alter lehnen die Religiösen aber vehement ab, weil sie wissen, dass kein 14jährige so blöd wäre, freiwillig auf seine Vorhaut zu verzichten (von medizinischen Ausnahmen abgesehen). Es geht um massenhafte sexuelle Kontrolle. Dass die gleichen Leute Schwule töten wollen, ist kein Zufall.

        Ich verstehe nicht, wieso ausgerechnet du, der Freigeist, dem Selbstbestimmungsrecht des Kindes so wenig Aufmerksamkeit. Da treffen sich deine Unabhängkeit interessanterweise mit deinem Hang zur Religion.

        Atheist ist letztlich auch nur ein Kampfbegriff, weil jeder Mensch weiß, dass es etwas gibt, das er nicht begreift. Aber genau dieses Nichtbegreifen verbietet das Instrumentalisieren des Nichtbegriffenen, wie es die drei großen Religionen meist machen. Da war der Jude Adorno viel weiter als der oben angesprochene Rabbiner. Ich halte bei allen drei Religionen jene Richtungen für unterstützenswert, die nicht auf Gewalt und Kontrolle und Herrschaft aus sind, beispielsweise die Sufis im Islam. Es setzen sich aber meist die Dogmatiker durch, verbrämt als Religiöse, und diesen Leuten, ob katholischen Pfaffen oder reaktionäre Imame oder pathologische Rabbiner, sollte man widersprechen. Die haben schon genug Schaden angerichtet. Gerade aktuell: Bet Schemesch.

        Antwort
  2. genova68

    So ist es:

    „Die rührende Gemeinsamkeit der ansonsten verfeindeten monotheistischen Religionen, wenn es darum geht, kleinen Jungen am Penis wehtun zu dürfen, weist allerdings auf ein grundsätzliches Problem hin: auf die frühkindliche Indoktrination, vermittels derer sich die Religionen fortpflanzen. “

    Überhaupt ein guter Text von Posener:

    „Viel zu selten wird aber die psychologische Frage gestellt, ob denn Eltern, die unter dem Druck des Imams oder Rabbiners stehen, der Familie, der Nachbarn, der Jahrhunderte der Tradition – oder der Drohung mit „Schwierigkeiten“, die ihre unbeschnittenen Söhne später in der Gemeinschaft der Beschnittenen bekommen könnten , wirklich von ihrer Religionsfreiheit Gebrauch machen, wenn sie ihr Kind genital verstümmeln lassen. Würden sie das auch ohne diesen Druck tun? Also wenn sie wirklich frei entscheiden könnten?“

    http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article108256905/Vorhaut-und-Freiheit.html

    Antwort
    1. hanneswurst Autor

      Der Text von Posener ist wirklich sehr gut, vor allem natürlich, weil hier jemand spricht, den es betrifft. Nur der letzte Satz ist dann leider wieder Quatsch („Bundespräsident Gauck, übernehmen Sie.“) Das ist genau die „Frieden schaffen mit NATO Bomben“ Mentalität die mir so auf den Sack geht. Letzten Endes mit dem steten Verweis auf den Holocaust wird es für gut befunden, sich überall einzumischen, überall seinen dummen Senf dazuzugeben, zu intervenieren. Es klingt vielleicht etwas weit hergeholt, aber für mich ist das „Beschneidungsverbot von Köln“ eine Intervention, ein aufgeklärter Akt der angeblich besseren Menschen.

      Die Crux mit der Freiheit und der individuellen Selbstverwirklichung brauche ich Dir als Verfechter des Primats des Sozialen nicht zu erklären.

      Antwort
      1. genova68

        Das Einmischen der NATO ist nun schon auf einer anderen Ebene und an diesen Bundespräsidenten würde ich keinesfalls appelieren, egal, worum es geht. An einen anderen in besagtem Fall wohl auch nicht.

        Wer der bessere Mensch ist, ist müßig, ich würde gerade diese Diskussion vermeiden, weil man ja Sachargumente hat, Religionskritik, Menschenwürde, Menschenrechte usw. Die Frage ist halt, inwieweit religiöse Riten toleriert werden können. Bei weiblicher Verstümmelung scheint die Sache klar, bei Burkapflicht ebenso, bei männlicher Beschneidung ist die Grenze offenbar für viele noch nicht erreicht.

        Aber Freiheit und individuelle Selbstverwirklichung: Das höre ich jetzt öfter, aber es geht eben nicht um individuelle Selbstverwirklichung, sondern um dessen absolute Verhinderung. Das Individuum, um das es geht, ist das Kind.

        Den Gegensatz zwischen Freiheit und Sozialem halte ich für einen neoliberal konstruierten. Frei geht nur sozial.

        Antwort
  3. hanneswurst Autor

    @genova: Irgendwie komisch, dass man in meinem Blog nicht über die 3. Ebene hinaus auf Kommentare antworten kann.

    Bei der Beschneidung von Kindern ist für Dich die Toleranzgrenze überschritten. Das ist ja völlig respektabel. Ich lege wahrscheinlich höheren Wert auf symbolische, teilweise tradierte und meistens jedenfalls nicht rationale Handlungen als Du. Außerdem meine ich, dass es sehr wichtig ist zu tolerieren, was anderen Menschen am Herzen liegt, auch wenn es um Dinge geht, die man selber mit gehöriger Skepsis sieht. Wobei ich mich frage, wie viele von den Diskutanten, die jetzt meinungsstark für oder gegen Beschneidung tönen, vor dem Urteil des Landgerichts je eine Meinung zu dem Thema hatten.

    Ich zum Beispiel habe nie einen Muslim im Sportverein wegen seiner Beschneidung bedauert, ich habe hingegen schon öfters darüber nachgedacht, ob eine Beschneidung nicht insgesamt vorteilhaft ist. Besonders ästhetisch finde ich die Vorhaut nicht, nur praktisch beim Wichsen. Allerdings kommt man ja auch mit Vorhaut kaum ohne Befeuchtung durch Speichel (oder andere Lubrikanten, die aber dann doch eher für die besonderen Tage verwahrt werden) aus. Vor sexuellen Handlungen und auch sonst mehrmals am Tag sollten Vorhaut und Eichel gereinigt werden. Der Geruch des Urins unter der Vorhaut wird nach kurzer Zeit unangenehm. Eigentlich möchte ich nach jedem Urinieren nicht nur Eichel und Vorhaut gründlich mit Klopapier abtupfen, sondern auch mit Wasser waschen, was auf mancher öffentlichen Toilette schon für peinliche Situationen gesorgt hat. Man kann natürlich geschickt die Vorhaut zurückstreifen und den abgetupften Penis in den Slip stecken, auf dass die Eichel dort lufttrockne. Jedoch ist meine Vorhaut sehr fleischig und widerborstig, woran man sieht, dass ich bestimmt kein Prophet bin. Ich müsste sie schon wegbinden, damit die Eichel zum Trocknen freibliebe, aber das ist mir dann doch zu blöd.

    Weiterhin neige ich zu vorzeitiger Ejakulation, was in meinem Alter – in der die möglichst unkompliziert und selbst herbeigefügte Ejakulation aus Gesundheitszwecken dem Geschlechtsverkehr längst den Rang abgelaufen hat – eher ein Vorteil ist. Mir klingt jedoch noch traumatisch das resignierte „das war ja wohl nichts“ von Janett aus Velbert im Ohr. Ich war 19 und habe ich mir damals gewünscht, meine Eltern hätten sich entschlossen, mich beschneiden zu lassen, denn ich hatte schon gelesen, dass die Beschneidung zu einer Desensibilisierung der Eichel führt, und die war dringend nötig bei mir, denn meine Eichel ist extrem sensibel, ich kann ohne Weiteres durch das Eichellecken einer Zwergmaus zum Orgasmus gebracht werden. Nichts, dass ich das ausprobiert hätte, das Beispiel dient nur der Verdeutlichung der enormen Sensibilität meiner stattlichen, stark inervierten Eichel. Ich bin der Kenneth Braun aus „Kinsey“, zumindest was den sexuellen Reaktionszyklus betrifft, denn meine Erlebnisse waren leider (oder gottseidank, heute meine ich gottseidank!) weit weniger ausschweifend. Leider.

    Daraus könnte man schließen, dass die Einstellung zum Beschneidungsverbot vielleicht auch von ganz profanen, persönlichen Präferenzen abhängen kann. Wer viel Spaß mit seiner Vorhaut hat, vielleicht bestimmte Praktiken besonders genießt, die ohne Vorhaut gar nicht möglich wären, sich zum Beispiel gerne einen kleinen Luftballon aus der Vorhaut bastelt, der wird schon daher ein Leben ohne Vorhaut weniger lebenswert finden.

    Zum Thema Freiheit und Beschneidung habe ich mir noch Gedanken gemacht. Man muss natürlich schon davon ausgehen, dass die Eltern ihr Kind freiwillig beschneiden lassen wollen, sonst gäbe es kein Argument mehr für die Beschneidung. Die Konstruktion des sozialen Drucks auf die Eltern kann ich nicht gelten lassen – so viel Eigenverantwortung muss einem Religionsangehörigen schon zugemutet werden, dass er sich gegen den Ritus oder auch die Religion entschließt wenn ihm der Ritus untragbar vorkommt, und zumindest in Deutschland hätte er die Möglichkeiten dazu. Ein Verbot der Beschneidung würde dann in jedem Fall die Freiheit der Eltern eindämmen. Eine Duldung der Beschneidung wiederum würde potentiell – ob das Kind später die Beschneidung ablehnt wissen wir nicht – die Freiheit des Kindes verletzen.

    Auch wenn es grundsätzlich wünschenswert wäre, die Freiheit des Kindes zu fördern, so ist ein Kind jedoch gerade im kapitalistischen Westen besonders unfrei, denn es wird von klein an nach den Prinzipien der maximalen Produktivität erzogen und leidet darunter ganz offensichtlich, ich wette, dass Komplikationen aufgrund von Leistungsdruck – bis hin zum Amoklauf oder Selbstmord – wesentlich schlimmer zu bewerten sind als zum Beispiel die Komplikationen bei der Beschneidung. Von Zumutungen an unseren Nachwuchs können wir uns nicht freisprechen und ich finde, wir sollten dann auch vorsichtig sein wenn wir das verurteilen, was andere ihren Kindern zumuten.

    Antwort
  4. genova68

    Pissoirs sind eine hygienische Zumutung, sie sprechen nicht für die Hygienefähigkeit der Deutschen, wie man sagt. Ich pinkle immer am Pissoir und gehe dann mit heraushängendem Zipfel aufs Klo, um dort mit Klopapier porentief zu säubern. Die meisten pinkeln ja nur kurz und lassen dann den Rest in die Hose tropfen, die Schweine.

    Die Diskussion über Beschneidung hat für mich den Effekt, dass ich mich nun wieder äußerst gewissenhaft und gründlich im entsprechenden Bereich säubere. Ich habe mir sogar extra einen neuen Waschlappen herausgelegt.

    Zurück zum Thema. Damit wird wissen, worüber wir reden:

    http://www.google.de/imgres?q=beschneidung+juden&hl=de&sa=X&biw=1129&bih=726&tbm=isch&prmd=imvnsu&tbnid=xCY44zpDr6doIM:&imgrefurl=http://www.focus.de/politik/deutschland/politik-ueber-die-rote-linie_aid_776139.html&docid=WhR_zfINAjXU4M&imgurl=http://p4.focus.de/img/gen/y/t/HBytrGgy_Pxgen_r_630xA.jpg&w=630&h=409&ei=sZsCUPKbA8fusgahs-SgBg&zoom=1&iact=rc&dur=274&sig=118422995758276592705&page=2&tbnh=156&tbnw=229&start=15&ndsp=18&ved=1t:429,r:1,s:15,i:171&tx=136&ty=48

    Hat schon was von Kindesmissbrauch, finde ich. Aber wäre ja typisch für die großen Religionen: Alles regeln, vor allem die Sexualität, und sich dann unterm Mantel der Religionsausübung vergreifen. Ich halte diese Riten für pervers. Und komm mir nicht mit Traditionen. Damit könntest du auch die Hexenverbrennung rechtfertigen.

    Selbstbestimmung: Ich habe gestern gelesen, weiß leider nicht mehr wo, dass ein Drittel der Israelis ihre Kinder nicht beschneiden möchten, das aber aufgrund des Drucks des Umfelds dann doch machen. Siehe der von mir oben zitierte Rabbiner: Wer nicht beschnitten ist, wird aus der Gesellschaft komplett ausgeschlossen.

    Und nochmal: Es geht vorrangig um die Selbstbestimmung des Kindes. Danach fragt niemand.

    Das soll alles nicht von kapitalismuskritischen Diskussionen ablenken, aber das ist doch ein anderes Thema.

    Interessant wäre vielleicht der Aspekt, dass der Mensch immer auch irrational und traditionalistisch ist und diese Irrationalität und dieser Traditionalismus in der Geschichte immer stärker und attraktiver waren. Die DDR ist ja nicht nur wegen der Versorgungslage untergegangen, sondern auch, weil sowas wie der Jugendweihe der mystische Effekt fehlte. Es war einfach zu vernünftig. Die Beschneidung ist unvernünftig und tut weh, so besänftigt man die Götter und ist demütig. Der Aspekt des Schmerzes spielt da eine Rolle wie auch die dadurch garantierte Fortführung des Patriarchats.

    All das müssten die Religiösen hinterfragen, aber das tut sie nicht. Traditionelles und mystisches Kinder missbrauchen ist einfach und macht mehr Spaß.

    Antwort
  5. genova68

    Und bei deiner hypersensiblen Eichel ist eine Beschneidung vielleicht das richtige, lass doch machen. Es könnte aber auch sein, dass du danach einen Dauerständer in der Hose hast, weil die Eichel ständig am Stoff reibt. Du würdest ständig abspritzen und könntest nichts dagegen machen, außer ruhig sitzenbleiben oder nackt rumlaufen.

    Bitte entscheide dich.

    Antwort
    1. hanneswurst Autor

      Ich bevorzuge es, stets einige Alkoholtücher (Bildschirmreiniger) mitzuführen. Damit können Rückstände aller Art bequem von Eichel und Vorhaut entfernt werden. Dermatologische Bedenken haben sich in der Praxis als unnötig erwiesen.

      Antwort
      1. genova68

        Ist mir noch nie aufgefallen, dass du stets einige Alkoholtücher mit dir führst. Wo lagerst du die denn? Direkt an der Eichel? Interessante Praxen kommen da zum Vorschein.

        Antwort
  6. genova68

    Gott sei Dank:

    Zustimmung zu dem umstrittenen Kölner Urteil kam von der Linksfraktion. Der religionspolitische Sprecher Raju Sharma sagte der Zeitung, eine Beschneidung sei „ein schwerer Eingriff“ in die körperliche Unversehrtheit eines Kindes. Diese habe der Staat zu schützen. Dagegen müssten die auf religiösen Traditionen begründeten Wünsche der Eltern zurückstehen. Insofern sei das Kölner Urteil „im Kern eine zutreffende Güterabwägung“.

    http://taz.de/Debatte-um-Beschneidungsverbot/!97323/

    Antwort
    1. hanneswurst Autor

      Ich zitiere den Wikipedia Artikel:

      In der jüdischen Geschichte war die Brit Mila [das Beschneidungsritual] einer der jüdischen Bräuche, die am stärksten verfolgt wurden. Unter nichtjüdischer Herrschaft stand auf das Beschneiden von Knaben oft die Todesstrafe, u. a. weil sie in der antijüdischen Polemik mit Kastration gleichgesetzt wurde. […] Auch unter dem Sowjetregime wurden die meisten jüdischen Knaben aus diesen Gründen nicht beschnitten.

      Antwort
    1. hanneswurst Autor

      Vollkommen OK der Protest von diesem Enosch gegen 98% der Bevölkerung bzw. gegen das, was 98% der jüdischen Bevölkerung aus welchen Gründen auch immer ihren Kindern antun. Ich verteidige ja nicht die Beschneidungspraxis an sich und würde mir ungern von der katholischen Kirche eine Beschneidung meiner Kinder vorschreiben lassen (sie brauchen nicht einmal die fiese Hostie zu essen, nicht einmal wenn sie 14 sind). Wenn diejenigen, die mehrheitlich einem solchen Ritus nachhängen, die Sache unter sich ausmachen und den Ritus abschaffen, dann hoch die Tassen. Aber was würde ein Verbot der Jungenbeschneidung in Deutschland bringen? Das einzig Positive wäre die im Interview erwähnte jüdisch/muslimische Koalition für eine legale Beschneidung. Das Verbot würde kaum eine Beschneidung verhindern und wäre in jedem Fall ein Zeichen von Intoleranz und Besserwisserei – oder Spießigkeit, um einen Begriff zu verwenden, mit dem Du Dich kürzlich befasst hast.

      Antwort
  7. genova68

    Beschneidung verhidnern wäre das Ziel. Wenn das via Gesetz nicht erreicht wird, braucht man das Gesetz nicht. Ich fände eine Diskussion über das Thema aber schon gut, über diese Praxis, die dadurch nach und nach problematisiert würde. So was nennt man Entwicklung. Dass Christen heute keine Hexen mehr verbrennen (zumindest in Europa) ist auch nicht vom Himmel gefallen.

    Ich meine generell, dass man diesen drei imperialistischen Religionen nicht so viel durchgehen lassen sollte. Die nehmen ständig ihre religiösen Gefühle in Anspruch, wenn es um Menschenrechtsverletzungen geht. Wer so einen hehren Anspruch hat, wer einen allmächtigen Gott für sich reklamiert, der muss auch etwas dafür bieten.

    Das Schlimme daran ist ja: Sie reden nicht von sich, sondern immer von der imperialistischen Expansion, in Bezug auf ihre Kinder, in Bezug auf alle. Das heißt dann Mission oder Dschihad. Das Beispiel der Sufis ist erhellend: Das offen Schwache, Differente, Biegsame, nach Innen gerichtete wird von diesen Gottbezogenen ausgemerzt. Alles im Namen Gottes.

    Antwort
  8. erna

    Wann werde ich endlich in einer intelligenten Welt (IQ > 200) leben können ohne diesen jahrtausendealten messianisch-beschnittenen-traumatisierten Terror überall, d.h. ohne diesen jüdisch-christlich-muslimisch-kapitalistisch-kommunistisch-faschistisch-nationalsozialistisch-hypersozial-hypermedial-politisch-juristisch-pseudowissenschaftlichen Schwachsinn überall?

    Wenn also ein heutiger Körper, der beschnitten und traumatisiert ist, sich immer noch als „Jude“ bezeichnet, so ist er letztlich „selber schuld“, denn:
    Hätte es keine „Juden“ gegeben, so hätte es auch keine „Muslime“ und „Christen“ gegeben; ohne Christen hätte es aber keine Protestanten gegeben, ohne Protestanten (laut Max Weber [!]) aber keine Kapitalisten; ohne Kapitalisten aber keine Marxisten-Kommunisten, ohne Kommunisten aber keine Faschisten und Nationalsozialisten (etc. etc. etc.)…

    Daher gibt es auch keinen einzigen Unterschied zwischen einem „Juden“ und einem „Nationalsozialisten“: denn beide glauben an ein „auserwähltes Volk“ („Nation“) und an eine „selektierte Rasse“.

    Und zum Angriff Israels („Juden“) auf den Iran („Arier“):
    Geht lieber Karotten und Bäume pflanzen, ihr verdammten Idioten überall, die mir tagtäglich meine Welt kaputt machen!

    P.S.: Nur Idioten (von Beschneidern bis Breivik) benutzen körperliche Waffen. Die stärkste Waffe (seit Sigmund Freud, Kastrastionsangst) war schon immer die Sprache… (und das Internet).

    Antwort

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