Der Schwanz hängt rechts

Lange schon war es kolportiert worden, letzte Woche haben Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht-Niemeyer sich öffentlich zu ihrer Paarbildung bekannt.

Lafontaine reiht sich damit in der langen Liste der Polit-Sugar-Daddys ein, die von Fischer und Müntefering angeführt wird.

Das sollte mich eigentlich nicht interessieren. Es ist privat. Mögen sie glücklich sein. Mich wollte sie ja nicht. Blah blah.

Aber: Irgendetwas stinkt mir an Lafontaines Lebenswandel. Heißt Sozialismus nicht, dass der Mensch sich redlich müht so zu leben, dass alle so leben könnten wie dieser Mensch? Sozialismus hat doch wohl etwas mit dem fairen Aufteilen der vorhandenen Ressourcen zu tun – vor allem natürlich mit der Aufteilung des Kapitals. Wie verhält sich der Sozialismus jedoch zu anderen knappen Ressourcen, zum Beispiel mit der erzielbaren Aufmerksamkeit beim anderen Geschlecht?

Lafontaine ist in dieser Hinsicht zweifelsohne ein Schnösel. Zwei Söhne aus drei Ehen und jetzt mit der ebenfalls verheirateten und 26 Jahre jüngeren Wagenknecht-Niemeyer liiert. Wenn man die amourösen Eskapaden von Lafontaine in Kapital umrechnet, steht er auf der Stufe eines Stahlbarons, der auf seine alten Tage eine Kinokette aufkauft, nur um alle Mitarbeiter zu entlassen, das Popcorn wegzufressen und sich die Filme ganz alleine reinzuziehen.

Ich kann mir jedenfalls nicht ausmalen, wie es möglich sein sollte, das Bild des raffgierigen Investmentbankers glaubhaft auszumalen, wenn man selber so ein Schnösel wie Lafontaine ist.

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3 Gedanken zu „Der Schwanz hängt rechts

  1. intermerker

    Es fällt immer wieder auf, dass diejenigen die besonders laut nach der Gleichheit rufen gerne selbst ein bourgeoiares Leben führen. So ist er doch ein waschechter deutscher Linker.

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  2. Mitschi

    Links sein heißt ja auch nicht, in Sack und Asche durch die Welt zu laufen. Insofern hängt der Schwanz keinesfalls nur rechts, sondern baumelt natürlich auch links. In Sachen Liebe sollten die politischen Lager einander jedenfalls keine Vorschriften machen, finde ich – schon garnicht Konservative Linke an deren vermeintlichen oder tatsächlichen linken Maßstäben messen.

    Antwort
    1. hanneswurst Autor

      Sollten private Lebensführung und linke Gesinnung nicht irgendwie zusammen passen? Gerade weil links meistens auch links-autoritär heißt, finde ich, dass ein Ober-Linker der sich solche Privilegien herausnimmt wie Lafontaine besser in die Riege der DDR-Parteibonzen passt als ins Bundeskabinett. Als politischer Gegner könnte ich ihm sein Liebesleben natürlich nicht vorwerfen (höchstens seine Hausfinanzierung), aber als Wähler kann ich das schon.

      Antwort

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