R.I.P. Osama Bin Laden

Er schuf das „größte Kunstwerk, das es je gegeben hat“ (Karlheinz Stockhausen), wurde bald zur Kulturikone und hätte sicherlich in Afghanistan schon bald die besten Autobahnen jenseits des Ural gebaut – wenn man ihn denn gelassen hätte. Aber der Non-Konformist Osama Bin Laden war eine Laus im dicken Pelz der verfetteten USA und musste sich deswegen zehn Jahre lang – die mit dem Höhepunkt seiner Popularität zusammenfielen – vor den Kampfeinheiten der Imperialisten verstecken.

Wir werden seine eigentümliche, sehr gewählte Ausdrucksweise und seinen sanften und höchst charismatischen Gesichtsausdruck nie vergessen. Bin Landen hat uns gezeigt, wie man die Lebensgewohnheiten der Einwohner des mächtigsten Staates der Erde mit ein wenig Besteck und guter Planung nachhaltig verändern kann, wie man den überbordenden Stolz einer Nation in die Angst vor ihrem Zerfall überleitet. Gleichzeitig hat er überdeutlich demonstriert, wie panisch das Imperium anfängt zu zucken, wenn es ausnahmsweise einmal nicht selber bestimmt, welche Leiber den Flammen geopfert werden.

Es ist gut, dass Osama abtritt, um Platz für eine neue Generation des internationalen Terrorismus zu machen. Ruhe in Frieden, alter Haudegen.

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7 Gedanken zu „R.I.P. Osama Bin Laden

  1. Pingback: Zum Tod Osama bin Ladens « AISTHESIS

  2. bersrin

    Vielen Dank noch einmal für dieses Video, auch ich habe es heute auf Youtube gesucht, (Sie erwähnten und zeigten es bereits einmal), dann ging ich, wie jeden zweiten Tag, auf Ihren Blog, sah es und lachte wieder und brachte es sofort drüben bei mir. Das ist nun zwar eine geklaute Sache, aber weil das Video so verdammt gut ist, denke ich es handelt sich um eine läßliche Sünde, für die Sie mir Absolution erteilen.

    Danke im übrigen auch für Ihre letzten beiden Textbeiträge.

    Antwort
    1. hanneswurst Autor

      Die Verderbnis der edlen Dinge erschüttert mich mehr, als der endgültige Niedergang der sowieso schon verdorbenen Dinge. Wobei man sich darüber streiten kann, ob an den USA je etwas edel war. Dennoch: ja, ich liebe besonders die Landschaft und einen Großteil amerikanischer Lebensart. Man kann außerdem die USA nicht als Ganzes bewerten, zu große sind die Gegensätze zwischen den Metropolen und dem Rest des Landes. Was ich amerikanischer Politik jedoch insgesamt vorwerfe, ist die mangelnde Bereitschaft zur moralischen Weiterentwicklung – und dies geschieht sicherlich nicht mangels intellektueller Fähigkeiten. Es scheint eher, als wenn die Fülle der wirtschaftlichen und militärischen Macht ein Barriere für das Denken und die Empathie darstellt.

      Antwort
  3. genova68

    „Es scheint eher, als wenn die Fülle der wirtschaftlichen und militärischen Macht ein Barriere für das Denken und die Empathie darstellt.“

    Interessanter Aspekt. Vielleicht ist es aber auch einfach nur die Logik des Kapitalismus. Allein die Rüstungsausgaben der vergangenen zehn Jahre und die Möglichkeit ihrer deutlichen Erhöhung nach nine eleven: Das sind Gelegenheiten, die eine Logik, die einzig auf Rendite aus ist, nicht außer Acht lässt.

    Wobei ich mit Antiamerikanismus nichts am Hut habe. Ich kenne mich dort nicht aus, könnte aber alleine wegen der popkulturellen Einflüsse auf meine Sozialisation nur unter Selbstverleugnung Antiamerikaner werden.

    Antwort
    1. hanneswurst Autor

      „Logik des Kapitalismus“ – vielleicht, man kann das sicherlich auch „biologischer“ erklären.

      „Antiamerikanismus“ wäre ja ein plumpes Vorurteil, dem ich auch nicht erliegen werde. Konkrete Handlungen und Moralen dürfen aber gewertet werden.

      Antwort

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