Belanglos oder Gaga

Die altehrwürdige Zeit hat für sich ebenfalls Betätigungsmöglichkeiten aus dem Reich der Blogs gefunden:

Alles wird gebloggt!
Meinungen und Notizen, Links und Kommentare,
Bilder,
Töne, Sensationen

Das klingt nach „Menschen, Tiere, Sensationen“, was dann aber gebloggt wird ist meist weniger sensationell:

http://blog.zeit.de/zeitansage/2007/09/27/birma-statt-myanmar_103

Hier zum Beispiel Interna aus der Redaktion. Gar nicht mal so uninteressant, dieser lapidar dahingestellte Entschluss, aber man wusste wohl nicht wohin damit, also ab ins Blog. Da findet im Zweifelsfall keiner den Artikel oder man löscht ihn mal eben wieder – war schließlich nur ein Blogeintrag, stand nicht im heiligen Redaktionssystem sondern nur in so einem Open-Soße Systemchen! Wird auch nicht weiterverkauft und bei der Suche auf Zeit.de gar nicht gefunden.

Vielleicht ist das ein wesentlicher Aspekt, den Deutschlands Medienhäuser an Blogs sehen und lieben: es gibt doch so vielen Krempel, den man nicht als Artikel, Kolumne oder ähnliches verpacken kann, den man aber doch irgendwie ablaichen will. Ab ins Blog damit.

„Blog“ ist im Redaktionsalltag demnach ein Anti-Qualitätssiegel, ein Akronym, das für Inhalte steht, die irgendwie neben der Spur ihr Dasein fristen. „BelangLos oder Gaga“ eben.

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2 Gedanken zu „Belanglos oder Gaga

  1. Anonymous

    Weder noch, da liegen Sie falsch. Wir benutzen unser Redaktionsblog tatsächlich in erster Linie als „Fenster in die Redaktion“, damit Sie wissen, was bei uns geschieht.

    Falk Lüke
    Redakteur ZEIT online

    Antwort
  2. hANNES wURST

    Naja – gehört’s ins Blog? Ich weiß es nicht. Ihre Bürgerjournalismus-Offensive dagegen finde ich sehr interessant, scheint auch gut gemacht zu sein. Ich setze hohe Erwartungen in das Ohmynews Prinzip – gerade in Deutschland, wo die Blogs ja nicht so recht in Fahrt kommen. Dass die Zeit (das einzige ernstzunehmende Magazin neben dem Lettre International) hier vorprescht, finde ich sehr lobenswert und auch mutig, weil sich bestimmt nicht alle Redakteure darauf freuen, dass sich ein Schaum aus Amateursbeiträgen an Ihren Newsroom heranrobbt.

    Antwort

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