Sind Medienblogs überhaupt sinnvoll?

Medienblogs:

  • Für Web und Medium nur ein Blinddarm?
  • Quo vadis?
  • Cui bono?

Journalisten, die als Angestellte eines Mediums ihre Brötchen verdienen und im Auftrag dieses Mediums ein Blog führen, begeben sich in eine schwierige Situation.

Von den etablierten Medien wird erwartet, dass ein gewisser Qualitätsstandard auch im Web angeboten wird. Zwar scheint sich noch nicht in allen Verlagen und Sendeanstalten herumgesprochen zu haben, dass Wachstum nur noch online möglich ist und das Medium deshalb gut daran tut, seinen Ruf so gut wie möglich ins Web zu retten. Dennoch wird die Zeit online nicht im Bauerndeutsch berichten und die ARD wird aus tagesthemen.de kein Erotikportal kredenzen.

Nun möchte kein Verlag einen so breiten Trend wie das Bloggen verschlafen, die Blogger scheinen ja auch in das Geschäft der Medien einzudringen (was meiner Meinung nach Quatsch ist). Was macht also der verängstigte Medienmanager? Er lässt seine Journalisten ebenfalls bloggen. Meist unter dem Dach der Homepage seines Arbeitgebers.

Man kann sich darüber streiten, ob das Endprodukt dann noch ein Blog ist. Wenn die essentielle Eigenschaft eines Blogs ist, dass es sich um ein einfach zu bedienendes Medium zum publizieren im Internet handelt, bei dem der aktuellste Eintrag oben steht und bei dem Einträge kommentiert werden können, dann stimmt die Bezeichung „Blog“. Dann sind die meisten Nachrichtenportale sowieso Blogs oder zumindest Blog-ähnlich.

Wenn man unter einem Blog jedoch einen Platz für Äußerungen versteht, die persönlichen Charakter haben (mir liegt am Herzen… ich interessiere mich für… wir haben erlebt, dass…), also das Gegenteil von recherchiertem Journalismus, dann können die Medien-Blogs entweder keine „echten“ Blogs sein oder der Journalist erstellt unter der Marke seines Arbeitgebers ein Produkt, das journalistischen Kriterien nicht genügt.

Das ist vielleicht zu kleinlich betrachtet. Ein Kommentar zum Beispiel ist eine persönliche Sache. Es gibt aber einige Dinge an Medienblogs die mich so sehr stören, dass ich beschlossen habe, diese Medienblog Kritik zu starten:

  1. Journalistische Blogs ohne jeden Fokus, die einfach nur existieren, weil der Journalist bloggen muss oder aus Eitelkeit will. Oft gespickt mit Selbst-Referentiellen.
  2. Gepoltere: brave Journalisten denken, in den Blogs können sie mal auf den Putz hauen. Journalistischer Kodex gilt plötzlich nicht mehr. Das wäre ja auch OK, wenn das Blog eine Privatveranstaltung des Bloggers wäre.
  3. Zensur: wenn ein Journalist in den Kommentaren zu seinem Blog irgendetwas zensiert, das nicht illegal ist, wird meiner Meinung nach ein Berufsverbot fällig. Auch arm: Kommentare gar nicht erst zuzulassen.

Diese Liste gilt es zu erweitern, und ich werde in diesem Blog über entsprechende Beispiele berichten.

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