Danke für die Entwarnung

Noch zwei Tage und wenigstens das Eintreffen einer Untergangsprophezeiung ist uns erspart geblieben: Christian Drostens „Szenen, die wir sonst nur aus Kinofilmen kennen“, denn er hat sie am 18. März explizit für einen Zeitraum zwischen Juni und August vorhergesagt. Warum eigentlich diese Genauigkeit in der Beschreibung möglichen Leids – wollte da jemand Angst machen, weil er vielleicht selber Angst hat?

Die tatsächlichen Versorgungsprobleme, die Afrika jetzt hat, sind eine Folge der internationalen Corona-Schutzmaßnahmen, also der Maßnahmen, die unter anderem Drosten heraufbeschworen hat. Das ist tragisch, vielleicht schon diabolisch.

Dafür, und für die mutigen Demonstranten die am 29.08.2020 in Berlin – hoffentlich mit Zustimmung der Gerichte – auf die Straße gehen, dieser Song (naja, es ist eher eine Soundcollage):

Außerirdische randalieren in Stuttgart

Letzten Samstag haben bis zu 500 Einwohner vom Planet Event Horizon in Stuttgart gewütet. Leider kann über diese Randale nicht so berichtet werden, als wenn die Deliquenten Menschen wären, man kann also insbesondere nicht:

  • Darüber berichten, ob es ein besonders gespanntes Verhältnis zwischen der Polizei in Stuttgart und den Außerirdischen gab.
  • Untersuchen, ob die Außerirdischen tatsächlich deshalb besonders erzürnt waren, weil man sie mit Polizeikontrollen im öffentlichen Bereich schikaniert.
  • Darüber nachdenken, woher die Gewaltbereitschaft der Außerirdischen kommt, ob dieses Verhalten ihnen zum Beispiel im Elternhaus (haben diese Außerirdischen überhaupt Eltern?) vorgelebt wurde oder ob sie zum Beispiel auf ihrem Heimatplaneten schon Gewalt ausgesetzt waren.
  • Diesen Ausbruch in irgendeine Verbindung dazu bringen, ob vielleicht gerade die Außerirdischen besonders unter den Folgen der Corona-Epidemie (und dabei speziell unter der Prävention) leiden.

Wie es ist, sind uns anständigen Erdenbürgern leider die Hände gebunden, wir können nur verurteilen, uns über die Randalevideos echauffieren und wir können aus ganzem Herzen sagen: das ist nicht unser Problem, das waren ja Außerirdische, da hilft keine Ursachenforschung und keine Gewaltprävention.

Lauterbach fickt sich nur noch ins Knie

Mehrere Bundespolitiker, unter ihnen Sex-Guru Karl Lauterbach, fordern ein Prostitutionsverbot – auch nach der Corona-Krise. Prostituierte könnten sich zu „Super-Spreadern“ entwickeln, außerdem sei Sexarbeit sowieso menschenunwürdig.

Jetzt stellt sich also heraus, dass manche Politiker die Corona-Krise tatsächlich als Chance sehen, und zwar als Chance, ihre moralischen Vorstellungen durchs Hintertürchen zu drücken.

Es ist nichts Anderes, als würde man AIDS als Vorwand nutzen, Homosexualität zu verfolgen. Wo wir schon einmal dabei sind: was ist mit Swingerclubs, Promiskuität, Dating-Apps und Judo? Alles unmoralische Infektionsrisiken: dauerhaft verbieten.

Sich politisch für die Abschaffung der Prostitution einzusetzen, ist keine Schande. Das aktuell als Verlängerung der Kontaktsperre tun zu wollen, ist strunzdumm und eine Vorlage für neue Verschwörungstheorien.

Aber wahrscheinlich unterstützen 67% der Bevölkerung die Forderung nach einem dauerhaften Judo- und Prostitutionsverbot.

Justin Bieber bereut Sex  vor der Ehe

 

Psyche und Soma

Was hat eine höhere Bedeutung, Psyche oder Soma?

Wenn ein Tier ein Tier verspeist, dann verschmelzen beide zu einem Individuum. In der Betrachtungsweise des Menschen ein grausamer Vorgang, wie die Spinne die Fliege betäubt, einwickelt und schließlich aussaugt. Ignoriert man jedoch die Persönlichkeit der Fliege – allgemein geht man ja auch davon aus, dass sie gar keine hat – dann findet im Raubzug der Spinne nur eine molekulare Verbindung von Fliege und Spinne statt, an der nichts traurig oder grausam ist.

Verspeist jedoch ein Tier einen Menschen, dann werden die meisten Betrachter auch nach tiefer Kontemplation nicht umhin kommen, diesen Akt grausam und traurig zu nennen. Abgesehen vom Leid des Opfers geht etwas verloren: ein menschliches Leben wurde ausgelöscht, ein Individuum ging unter, und damit auf einem Schlag alle bekannten Perspektiven dieses Menschen. Dass ein molekularer Austausch geschieht, dass also die Biomasse des Opfers zumindest zum Teil verwertet wird, scheint dahingegen unwesentlich.

Ist das eine biologisch faire Haltung?

Die Biomasse der Erde besteht aus ca. 82% Pflanzen,  13% Mikroorganismen, 5% Tiere und Pilze (der Mensch macht dabei 0,01% aus). Der Untergang der Menschheit wäre in Bezug auf die Biomasse unwesentlich, das Leben würde ohne die Menschheit wahrscheinlich besser gedeihen.

Eine besondere Bedeutung kann dem Menschen nur aufgrund seiner Vernunft und seiner personalen Identität beigemessen werden. Die geistige Leistung und das geistige Leben, die Psyche also ist die Essenz des Menschen. Sein Körper jedoch ist in Hinsicht auf die besondere Wertschätzung des Menschen für den Menschen unwesentlich. Der Körper wäre mit den geeigneten technischen Mitteln austauschbar oder gar verzichtbar.

Für die übrigen Organismen jedoch, also für 99,99% der Biomasse, steht das Soma im Mittelpunkt der Existenz. Die Pflanzen benötigen für ihre Existenz keine Gedanken. Bei den Mikroorganismen ist es ähnlich. Nur bei den Tieren gibt es eine gedankliche Ebene in teilweise unbekannter Ausprägung, und das Geistesleben vieler Tierarten dürfte im Vergleich zu ihrer Körperlichkeit wenig bedeutsam sein.

Ungeheuerlich, welchen Einfluss diese eigentlich unbedeutende Psyche  auf den Planeten hat. Der gerade Weg aus diesem Dilemma wäre die Erfindung eines Supercomputers (der „Matrix“), in die sukzessive die Psychen aller Menschen „eingespeist“ (und von der Erde entfernt) würden. Der somit rein psychische Mensch könnte dann ohne weiteren Schaden anzurichten in seinem Refugium walten, während die übrige Biomasse ganz und gar ihre somatische Erfüllung erlebt.

Muenteschrecke2

Schadenersatz statt Coronahilfen

Nachdem die Bundesregierung 2011 einen vorzeitigen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen hat, entschied das Bundesverfassungsgericht, dass grundsätzlich ein angemessener Schadenersatz gezahlt werden muss (https://de.wikipedia.org/wiki/Atomausstieg).

Auch das Kontaktverbot und andere Maßnahmen, die Bund und Länder auf Basis von §56 des Infektionsschutzgesetzes ergriffen haben, schaden Unternehmen, Selbstständigen und Arbeitnehmern. Sicher geglaubte Rahmenbedingungen werden unterminiert – zur Abwehr einer potentiellen Gefahr.

Bei den Coronamaßnahmen ist jedoch nicht von Schadenersatz die Rede, statt dessen prägt die Bundesregierung den Terminus „Coronahilfen“, das klingt nach Nothilfe, Beihilfe, Almosen.

Die wirtschaftlichen Verluste durch Corona werden in Kauf genommen, um die Gesundheit aller Einwohner zu schützen, also müssen diese Verluste auch von allen Bürgern übernommen werden: aus dem Staatshaushalt, aus Steuern. Zu 100% und so bald wie möglich.

Wenn es dahingegen so weiter läuft wie aktuell, dann gibt es einen Flickenteppich aus Einzelmaßnahmen und am Ende bekommen die Interessensgruppen mit der stärksten Lobby zunächst die höchste Kompensation. Anschließend wird es (z.B. über Sammelklagen) dazu kommen, dass der Steuerzahler am Ende doch die volle Zeche zahlt.

Das Problem an der aktuellen Kommunikation ist, dass dem Steuerzahler nicht bewusst ist, dass er für Maßnahmen wie die Beschränkungen im Einzelhandel, in der Gastronomie, im Transportwesen und allen damit verbundenen produzierenden Betriebe wird aufkommen müssen. Allgemein rechnet man damit, dass einige Wirtschaftsbetriebe unter der Krise leiden werden und die Kosten in Billionenhöhe andere trifft – in Konkurs gehende Unternehmer zum Beispiel.

Deswegen werden die meisten Schutzmaßnahmen in der Bevölkerung akzeptiert. Wäre jedoch von Anfang an klar, dass die Gesellschaft solidarisch für die Kosten aufkommen wird, dann wäre die Regierung in einem ganz anderen Rechtfertigungszwang. Politiker, Wähler und Medien würden ehrlicher über Schutzmaßnahmen diskutieren.

Markus Söder revolutioniert Gesundheitsschutz

Politischer Aschermittwoch: Kein Bekenntnis zu christlich ...

Markus Söder ist anderen Landeselternteilen stets ein paar Tage voraus. „Das Volk will es so.“ stellt er dazu fest, „Bayern hat die härtesten Kontaktverbote, und das ist gut. Es gibt aber noch Luft nach oben, wenn das Volk es will.“

Ein Landesvater, der seine Landeskinder behütet und ihre Leben mit harter Hand verteidigt, ganz klar, dass dieser Mann der nächste Kanzler sein muss. Noch sind seine Zustimmungswerte jedoch nicht so überragend, dass ihm das Amt quasi nach Hause geliefert wird.

Doch der Ministerpräsident weiß genau, was zu tun ist, um das Wahlvolk für ihn zu gewinnen. „Gesundheitsschutz durch die Aufhebung von Freiheiten darf bei Corona nicht aufhören.“ Als die fürchterlichsten Gefahren hat er Tabak, Alkohol und rotes Fleisch ausgemacht. Zunächst jedoch widmet es sich dem Volksfeind Nr. 1: der Fettleibigkeit.

Adipositas tödlicher als Corona

„Menschen mit starkem Übergewicht haben eine um zehn Jahre reduzierte Lebenserwartung. Das ist nicht länger hinnehmbar.“ gibt er in der Talkshow „Anne Will“ zu bedenken. Tatsächlich ist es so, dass selbst in der aktuellen Coronakrise eine starke Komorbidität mit der Adipositas besteht. „Viele der Coronatoten sind außerdem Fettleibigkeitstote, wir können das eine von dem anderen oft nicht trennen.“

Konkret will Söder deshalb folgende Maßnahmen – zunächst in Bayern – durchsetzten.

  • Ab einem BMI von 30 wird den Risikopatienten der Zutritt zu Restaurants und Schanklokalen verwehrt. Söder: „Verantwortlich sind die Gastwirte, die nach Augenschein eine einfache BMI Kontrolle vornehmen, sonst drohen empfindliche Strafen.“
  • Ab einem BMI von 40 wird ein Hausarrest angeordnet. „Die Menschen kennen das ja schon aus der Coronakrise.“ Die Risikopatienten erhalten dann so lange Lebenmittelrationen, bis die schwere Adipositas besiegt ist. „Das kann natürlich manchmal ein Jahr dauern, und ist mit entsprechenden beruflichen und privaten Einschränkungen verbunden, letztlich dient diese Maßnahme aber der wichtigeren Volksgesundheit.“

Söder selbst betroffen

Allerdings ist auch Söder der Weisswurst und dem Maß Bier nicht abgeneigt, er müsste jedoch mit einem Restaurantverbot rechnen. „Für kritische Bereiche wie medizinisches Personal oder Politiker muss es natürlich Ausnahmen geben, außerdem würden Sie sich wundern, was unter diesem Anzug zu finden ist.“ Was das denn wäre, fragte unsere leicht pikierte Redakteurin. „Na, weniger Fett als fränkisches Eichenholz – das haben sie wohl nicht erwartet!“ behauptete Söder, verbunden mit einem donnernden Lachgrollen.

Uns scheint, auch unter dem Haarschopf verbirgt sich vielleicht etwas, was man dort nicht erwarten würde.

Traue niemals Untergangspropheten

Wenn es um Börsenkurse geht, werden sie auch Crash-Propheten genannt: die Auguren, die einen mehr oder weniger fachmännischen Hintergrund haben und in den jeweils nächsten 1-3 Jahren einen Börsencrash prophezeien. Da es jedes Jahr mindestens einen bedeutenden Crash-Propheten gibt, behält natürlich irgendwann auch einer von ihnen Recht.

Medien greifen solche Vorhersagen gerne auf, denn eine Crash-Prophezeiung schürt Angst und wird daher viel stärker wahrgenommen, als eine Boom-Prophezeiung.  Außerdem: sollte der Crash doch nicht eintreten, kann man sich immer noch rühmen, dass verbesserte Rahmenbedingungen und vielleicht sogar die Crash-Prophezeiung selber das Problem behoben haben. Eine falsche Boom-Prophezeiung, die ja zum Risiko und nicht zu Vorsicht mahnt, ist viel schwerer zu rechtfertigen.

Würden Regierungen den Crash-Propheten Glauben schenken, wäre unsere Volkwirtschaft von Angst geprägt: Regulierungswut würde um sich greifen und mit hohem finanziellen Aufwand würde versucht, dem Crash entgegenzuwirken. Jahr für Jahr. Staatsbankrott vorprogrammiert.

Politiker wissen jedoch, dass die Theorien der Crash-Propheten beruhigt ignoriert werden können, nur der hysterische Kleinanleger fällt auf solche Prognosen noch herein.

Die Mahnungen der Corona-Untergangspropheten sind denen der Crash-Propheten nicht unähnlich. Nur kann sich kaum ein Politiker dagegen stemmen, denn hier geht es um die hohen Güter Gesundheit und Sicherheit. Außerdem sind so viele Experten auf den Untergangszug aufgesprungen, dass es immer schwieriger wird, sich eine unabhängige Meinung zu bilden und diese auch noch öffentlich kundzutun.

Tatsache ist: keiner weiß genau, wie die Coronakrise endet. Trump und ich glauben (und hoffen), zu Ostern fassen wir uns an die Köpfe und fragen uns, welche Panik uns bei einer derart dünnen wissenschaftlichen Basis wochenlang geritten hat. Ich glaube, Politiker, die uns heute besonders besonnen und fürsorglich vorkommen, werden uns dann also schlechte und für die Wirtschaft sehr teure Führungsfiguren erscheinen.