Verraten Wahlplakate etwas über die werbende Partei? Bei der FDP gehe ich davon aus, denn die Plakate der FDP sind aussagefrei, bieder, manchmal lächerlich oder auch ärgerlich. So entblödet sich Dr. Westerwelle (hat sich aus der Realschule hochgearbeitet, die Eltern – beide Anwälte – haben ihm offensichtlich kein Abitur zugetraut, wären sie doch standhaft geblieben) nicht, den abgedroschenen Bierspruch “Arbeit muss sich wieder lohnen” neben seine Furchenvisage drucken zu lassen. Aber zum Thema: die Wahlplakate der SPD versetzen mich in Erstaunen.

SPD Girlie 1
Da wäre zunächst dieses ungefähr 15-jährige Mädchen, das mittels einer Temporalphantasie die Gefahren der Kernspaltung verdrängt. Der Bildausschnitt endet knapp unter der Stelle, an denen die zarten Brustknospen zu vermuten sind.

SPD Girlie 2
Schon etwas frivoler und vielleicht bereits im Oberstufenalter kommt diese ebenfalls natürlich wirkende SPD-Schönheit daher. Immer noch etwas beschämend, wenn ein Mann in meinem Alter nicht nur an das Portemonnaie der Eltern denkt, wenn er dieses kecke Lächeln sieht, aber doch nur verständlich.

SPD Girlie 3 + Sugardad 1
Hui, jetzt wird es befremdlich. Wieder ein hübsches Mädchen, das Dekolleté ist dezent und lässt doch ein gewisses Brustvolumen erahnen. Dazu ein älterer, durchaus vital wirkender Mann, dessen braune Wollstrickjacke als einziger Anhaltspunkt dafür gelten darf, dass er seine aktive Schürzenjägerzeit wahrscheinlich hinter sich gelassen hat.

Girlie 4 + Sugardad 2
Es muss erlaubt sein zu fragen, ob diese Plakataktion eine Herzensangelegenheit des SPD-Vorsitzenden Franz “Echse” Müntefering ist. Vielleicht inspiriert durch den “Esprit”, den seine 40 Jahre jüngere Freundin ihm beschwert hat. Allerdings, Herr Müntefering, meine Stimme bekommen Sie so nicht, viel zu stark regt sich der Neidreflex in meinen Gliedern. Und welche Perspektive hat der Twen Michelle Schumann? Der Buchtitel von Münteferings Tochter Mirjam scheint irgendwie zu passen:

Küss mich, aber mach mich nicht nass
Ich kann nur sagen, da sind mir die trockenen Plakate mit Anti-Afghanistankrieg Sprüchen und einem Oskar darauf lieber. Auch wenn er leider in der falschen Partei ist, denn Lafontaine könnte der Apoll der SPD sein, der als Gegengewicht eines Dionysos wie Müntefering dringend benötigt würde. Jedenfalls wenn man davon ausgehen darf, dass Oskar seine Beziehungen zum Rotlichtmilieu inzwischen aufgegeben hat. Obwohl: in den Puff gehen kann ich auch, aber gutaussehende und vierzig Jahre jüngere Freundinnen kann sich nur die Prominenz leisten. Deswegen fordere ich erneut:
Oskar, komm zurück!