Archiv für die Kategorie ‘Rekonstruktionen’

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Exportabel Mashup

19. April 2012

Quellen:

http://exportabel.wordpress.com/2012/04/17/hinweis-an-alle-theoretiker-2/

http://exportabel.wordpress.com/2012/04/19/die-jugend-von-heute-2/

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Überdeutschland (Weaving Spiders Mix)

15. Oktober 2010

Wer den Song anlässlich des 20. Volkstrauertags zur Annexion der DDR gehört hat, wird unschwer das stark schwankende Tempo bemerkt haben. Das liegt daran, dass die DDR uns zwar weit voraus aber leider nicht besonders groovy war. Hier noch einmal eine glattgeleckte Version. Starmonumentalblogger Bersarin meinte, es käme auf diesen Versuch an.

Die Sommerpause ist übrigens vorbei, und bald wird der sINN des Universums vollständig aufgedeckt. Ich bereite die höheren Wahrheiten nur noch didaktisch auf.

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Mössel und das Berliner Stadtschloss

26. Dezember 2009

Der Diskussion über den Hildesheimer Marktplatz möchte ich mit Verspätung zwei längere Zitate aus Ernst Penzoldts “Powenzbande” (erschienen 1930) hinzufügen. Es geht um den Baurat Knipfel, der den Bauantrag des Baltus Powenz ablehnt:

“Dieses Knipfels Bauten gaben dem neuen Stadtteil das Gepräge, und sein Urteil galt alles in künstlerischen Fragen Mössels. Das Charakteristische seiner Bauweise war, daß er ihr längst bewährte Pläne vergangener Zeiten zugrunde legte. So konnte sich Mössel rühmen, manches weltbekannte Bauwerk in vorzüglicher Nachahmung sein eigen zu nennen. Der Schlacht- und Viehhof war in edler Renaissance, die Irrenanstalt in heiterem Barock, das neue Krematorium byzantinisch gebaut. Dabei hatten diese Gebäude ihren berühmten Mustern gegenüber den großen Vorzug, daß sie alle nagelneu waren. Wenn es ein Vorzug war. Denn was Knipfel betraf, so sah er die Dinge ganz anders an. Ein neues Haus im gotischen Stil etwas, das war erfahrungsgemäß häßlich, ein altes bemoostes aber romantisch schön. Darum ist es seinem Weitblick zu danken, daß er die neuen Baulichkeiten gleich von vornherein mit einer Art künstlichen Schimmels, das heißt sozusagen schon alt errichtete, und das gefiel allen wohl. Seiner Anregung verdankte Mössel auch das Marmordenkmal der unglücklichen Königin Luise (von Bernauer), obgleich diese edle Frau, wie Herr Valentin Knust in seiner kurzgefassten Geschichte der Stadt einwandfrei nachgewiesen, niemals in Mössel gewesen war. Bedauerlicherweise musste das Monument, das der Baedeker erwähnt, von Oktober bis April durch eine schlichte Holzverschalung geschützt werden, damit es nicht unter der Witterung leide.  Auch das neue Rathaus zu Mössel (nach Plänen Knipfels 1899 bis 1901 in spätgotischem Stil erbaut), mit prächtiger Fassade, hatte einen Nachteil. Es mußte in etwa der Hälfte der Zimmer sommers wie winters künstliches Licht gebrannt werden, da die Fenster aus stilistischen Gründen etwas zu klein gehalten waren. Nun war es im Inneren sehr ungemütlich und düster. Dazu kam, daß die verschlungene Schrift auf den reichgeschnitzten Türschildern der einzelnen Amtsräume, zum Beispiel des Standesamtes, für den Laien gänzlich unleserlich waren.“

[…]

„Powenz‘ zukünftiges Haus war allerdings mit äußerster Nüchternheit und Sparsamkeit entworfen. Es war gänzlich schmucklos, weil Schmuck verteuerte, ohne zu verschönern. Es glich wirklich einer Schachtel oder einem Würfel, wären nicht Fenster und Türen daran angemerkt gewesen. Als Grundmaß waren natürlich die Proportionen eines Ziegelsteines verwendet. Mit seinen großen Atelierfenstern hatte das Haus im Plane etwas Fabrikartiges, und Powenz gab offen zu, Leben sei an sich schon Arbeit genug, und seine Familie sei also nichts anderes als eine Firma zu Herstellung einer allerdings besonders kostbaren Ware, nämlich lebendiger Menschen.“

Das Bauhaus bestand schon eine Dekade, als dieser Text erschien, und Sullivan hatte 35 Jahr früher sein berühmtes Diktum „form follows function“ erlassen. Wenn die Funktion der Rekonstruktionsarchitektur ist, Sehnsüchte nach vergangenen, oft nicht miterlebten, vielleicht so gar nicht dagewesenen Zeiten zu bedienen, dann ist sie Sullivans Gesetz treu geblieben. Allerdings sagt dies einiges über die Gesellschaft aus, die eine solche Architektur wünscht. “As you are, so are your buildings.” stellt Sullivan 1924 fest. Vielleicht ist es wirklich so, dass viele Menschen selber so sind wie die rekonstruierten Gebäude von Hildesheim, Dresden und bald auch Berlin. Dem Schein zuliebe werden Authentizität und Praktikabilität geopfert. Es muss eine Mittelklassenlimousine sein, auch wenn ein Kleinwagen besser gepasst hätte und die Raten eigentlich zu hoch sind. Es ist folgerichtig, dass eine solche Gesellschaft sich auch mit Fassaden aus der Kaiserzeit umgeben möchte.

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Rekonstruktionen (I)

5. September 2009
Alt-Berlin, Phantasialand (Foto: 'Exam' auf Flickr.com, 2009)

Alt-Berlin, Phantasialand (Foto: 'Exam' auf Flickr.com, 2009)

'Altstadt', Dresden (Foto: hANNES wURST, 2009)

'Altstadt', Dresden (Foto: hANNES wURST, 2009)

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