Archiv für die Kategorie ‘Gewalt’

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2083 – A European Declaration of Independence (Summary)

26. Juli 2011

2083+-+A+European+Declaration+of+Independence Part 1

2083+-+A+European+Declaration+of+Independence Part 2

 

Siehe auch: http://krigsspel.se/forum/viewtopic.php?t=1630

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NATO bombt Libyen in die Steinzeit

23. Mai 2011

Libyen ist der nächste Irak. Wahrscheinlich werden schon bald Handy-Filme von Gaddafis Exekution die Runde machen. Der Verlust an Menschenleben wird nicht so genau nachverfolgt, mal werden ein paar Tote hier und ein paar Tote dort genannt. Dabei gehen die Verluste durch ca. 3000 NATO Angriffsflügen wahrscheinlich bereits in die Tausende von Menschenleben. Libyen ist nur noch selten Top-News, auch ich habe mich daran gewöhnt, dass mein Heimatland Teil eines Militärbündnis ist, das für wirtschaftliche Vorteile und ein paar Wählerstimmen ganze Völker weg bombt. Der Ekel kommt nur noch hoch, wenn ich neuartige Widerwärtigkeiten lesen, zum Beispiel dass die “Flugverbotszone” jetzt auch mit französischen Helikoptern durchgesetzt wird, dass die EU und jetzt auch Deutschland “Verbindungsbüros” in Bengasi eröffnet haben, dass die “Rebellen” laut dpa ankündigen, ihre “Freunde” bei der Vergabe von Ölaufträgen zu bevorzugen, dass längst Söldnertruppen (“Militärberater”) und andere Bodeneinheiten der NATO in Libyen ihrem Kriegshandwerk nachgehen.

Inzwischen wünsche ich mir eine klare Intervention der Russen oder der Chinesen. Meinetwegen auch aus wirtschaftlichem Interesse. Ein Land, das so allein dasteht wie jetzt Libyen oder 2003 Irak und das nicht rechtzeitig atomar rüstet, hat zu stark zu leiden. Immer deutlicher wird auch, dass Deutschland sich atomar bewaffnen oder dem Kantianismus komplett abschwören muss.

Iraq Body Count web counter

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Die “Koalition der Willigen”: Kriegstreiber, Opportunisten, Schwafeltanten

24. März 2011

Die Wahrnehmung der grausamen Luftangriffe der “Koalition der Willigen” ist seltsam verzerrt. Seit Wochen bemühen sich die Medien, den militärischen Konflikt in Lybien zu schüren. Auf niedrigstem Niveau übt sich zum Beispiel der Spiegel, der sich gerade so vehement gegen das einseitige politische Wirken der Springer-Presse gestellt hat. Die Aussagen der “Rebellen” werden bei jeder Möglichkeit zitiert, die Opfer des Regimes finden kaum Erwähnung. Auf Fotostrecken sieht man fröhliche Rebellen inmitten zerstörter Gaddafi-Konvois und Leichenteilen der Armeekämpfer.

Dass es in Libyen einzig und allein und noch eindeutiger als im Irak um die möglichst reibungslose Verwendung der Bodenschätze des Landes geht, und dass die Luftangriffe erst unternommen wurden, nachdem die Unterhändler der willigen Koalitionäre genug Zeit hatten, Bedingungen für den Handel mit einem Libyen nach Gaddafi zu stecken, interessiert kaum jemanden. Selbstverständlich werden die Staaten, die jetzt Bomben auf das Land werfen, von den dann erstarkten Stammesführern privilegierten Zugriff auf die libyschen Ölvorkommen erhalten.

Libyens Luftabwehr haben die “Willigen” inzwischen ausgeschaltet, allerdings kann diese Luftabwehr nicht sehr effizient gewesen sein, denn von einem Abschuss der “Willigen” ist nicht die Rede, lediglich eine Maschine ging mit Motorschaden zu Boden. Die fröhlichen Rebellen, die gerne mit dem Taxi zu Front fahren, retteten die “willigen” Piloten. Von einem Abschuss eines Regime-Kampfflugzeug wurde ebenfalls nicht berichtet. Der Auftrag der Überwachung einer “Flugverbotszone” gerät damit vollends zur Farce.

Die Politik macht ebenfalls einen insgesamt stark überforderten Eindruck. Die Regierung handelt einigermaßen besonnen, aber es dauert nicht lange, bis die Schwafeltanten der Nation versuchen, ein bisschen Profit aus der Situation zu ziehen. Mit besonders erbärmlicher Taktiererei tun sich die Grünen hervor. Die gelegentlichen sachlichen Stimmen, wie hier die von Frank-Walter Steinmeier, gehen mit dem Gaddafi-Regime unter.

Zunächst unterstützten die Grünen – wie alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien – diese Position, doch dann distanzierte sich ihr Vorsitzender Cem Özdemir. Inzwischen ist die Parteiführung auf seinen Kurs eingeschwenkt, auch in der SPD rumort es in der Libyen-Frage. Nur die Linke bleibt standhaft bei ihrem Nein zum militärischen Einsatz, bei Union und FDP gibt es ebenfalls Kritik am Kurs der Koalition.
[...]
Immerhin seien die Führungsstrukturen der Rebellen von ehemaligen Nutznießern und Funktionären des Gaddafi-Regimes durchsetzt, erklärte der Ex-Außenminister [Frank-Walter Steinmeier]. Mit Blick auf Sarkozys Rolle in der Libyen-Frage fügte er hinzu: “Ich habe selten einen Militäreinsatz gesehen, der so prekär und riskant ist, und so von innenpolitischen Motiven getrieben ist wie dieser.”

(Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,752854,00.html)

Cohn-Bendit: Im letzten Moment haben die gestandenen Realos und einige andere, auch Entwicklungspolitiker, der Partei- und Fraktionsführung gesagt: Jetzt ist Schluss mit eurem Unsinn – wir müssen uns von der Bundesregierung distanzieren. Grundsätzlich ist doch die Frage: Warum fällt es uns in Deutschland so schwer einzusehen, dass man den Revolutionären in Libyen helfen musste – weil insbesondere in Bengasi ein Blutbad drohte? Jeder kennt doch die Bilder vom Warschauer Ghetto, jeder weiß wie es ist, wenn eine Armee eine Stadt einnimmt.

(Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,752288,00.html)

Alle Parteien haben also die Enthaltung der Bundesregierung mitgetragen, aber jetzt wäre es zu schade, wenn man die UNO-Außenseiterrolle der Regierung nicht für eigene Zwecke ausnützen könnte. Cohn-Bendit mag aus eigener Überzeugung sprechen, hat er sich doch sicherlich 1968 Unterstützung beim Steinewerfen durch Luftkampfgeschwader der UdSSR gewünscht. Bitte, Herr Cohn-Bendit, gehen Sie Enten füttern und halten Sie das Maul.

Dazu hört man im Radio Interviews mit der Oberschwafeltante Ulrich Weisser (Vizegeneral a.D., ex-Rühe-Berater), der die Enthaltung der Bundesregierung für die größte außenpolitische Katastrophe schlechthin hält – allerdings nur weil die NATO-Partner sauer auf die Entscheidung der Regierung sein könnten. Ich flehe Sie an, Herr Weisser, begleiten Sie Herrn Cohn-Bendit.

Einzig DIE LINKE hat in der Sache einen eindeutigen und moralisch verwendbaren Standpunkt, denn anders als bei der Koalition wird man ihr auch nicht unterstellen können, nur aus Kalkül Gaddafis Regime zu stützen. Denn wer weiß, ob die Regierung nicht einfach deswegen keine Angriffe auf Libyen fliegt, weil sie auf billiges Öl von und gute Waffengeschäfte mit einem überlebenden Gaddafi setzt.

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+++ Libyen-Liveficker +++

19. März 2011

SPON 19.03. 13:26h:

Ein Kampfjet wurde über der Stadt abgeschossen und ging in Flammen auf. Der Flieger soll allerdings zu den Streitkräften der Gaddafi-Gegner gehören – das berichtet der arabische Sender al-Dschasira unter Berufung auf einen Sprecher der Rebellen.

SPON 19.03. 15:13h:

Fest steht aber: Am Samstagmorgen gab es neue Gefechte in der Gegend um Bengasi. SPIEGEL-ONLINE-Reporter Jonathan Stock beobachtete, wie ein Flugzeug über der Rebellenstadt abgeschossen wurde. Es könnte sich dabei um einen Kampfjet der libyschen Armee gehandelt haben, der von Luftabwehrgeschützen getroffen wurde.

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Zum 20. Nationaltrauertag

3. Oktober 2010

Vor 20 Jahren wurde das bisher bedeutendste soziale Experiment der Menschheitsgeschichte, eine Utopie die knapp 41 Jahre lang international höchste Aufmerksamkeit erregte, vorerst beendet.

Nach dem zweiten Weltkrieg beschloss die Sowjetunion, trotz der im Krieg erlittenen Verluste von fast 20 Mio. Menschenleben, Gnade vor Recht gehen zu lassen und das Strafgefangenenlager „Sowjetische Besatzungszone“ entgegen ihrer Gepflogenheiten statt in einen Gulag in eine Art Big-Brother-Container umzubauen. Die anfangs 19 Mio. Einwohner konnten dort ein in großen Teilen selbstbestimmtes Leben führen und verständigten sich auf die Diskontierung von Werten wie Privatbesitz und Geheimniskrämerei. Ergebnis waren zwei Generationen von Menschen, die emanzipierter und emotional intelligenter sind als alles, was in diesen Breitengraden je hervorgebracht wurde.

Vor 20 Jahren hat die Ostküste dieses Bollwerk der Menschlichkeit durch anhaltende Intervention und Embargopolitik, getrieben durch die Beharrlichkeit der Gier, zu Fall gebracht. Doch

German youth, for whom the striving
of our people is at one,
you are Germany’s reviving,
and over our Germany,
there is radiant sun!

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“Faces of Death” jetzt auch bei der NRZ

3. Mai 2009

Die Amokfahrt von Apeldoorn dokumentiert die NRZ auf Seite 1 vom 1. Mai mit diesem Foto (Detailausschnitt):

Death in Appeldoorn

Klasse! Früher musste ich auf rotten.com surfen, um mir so etwas anzusehen. Der Stern macht sogar eine Foto-Love Story daraus. Keine solche Foto-Galerie übrigens auf Spiegel.de (oder ich habe sie nicht gefunden.)

Schön auch, wenn Angehörige die Menschen am Boden erkennen. “Guck mal da, Mami, Papi hat es die Schuhe ausgezogen!” “Lass das, Heintje, sei froh dass Deine Schwester auf dem Bild nicht mehr als eine Querschnittslähmung davongetragen hat.”

Rege ich mich künstlich über so eine Verrohung auf? Schließlich gibt es “Death Shots”, die allgemein als journalistisch wertvoll angesehen sind. Berühmt ist zum Beispiel dieses Bild. Auch dort sind Persönlichkeitsrechte (allgemein nimmt man an, dass Verstorbene nicht plötzlich Ihre Würde verlieren) in Gefahr und auch dieses Foto kann dazu dienen, bloße Sensationslust zu befriedigen.

Aber: dieses Foto diente auch dazu, Verhältnisse zu verdeutlichen und vielleicht erst begreifbar zu machen. Es hat daher zumindest als Unikat einen journalistischen Wert. Wobei differenziert beurteilt werden muss, ob die plakative Gewaltdarstellung nicht unnötig polarisiert.

Bilder von Apeldoorn sind jedoch journalistisch absolut nicht notwendig. Eine genauere Beschreibung des Tathergangs, vielleicht mit einem Schema zur Verdeutlichung, wären sinnvoll gewesen. Bilder der Schrecksekunden zu zeigen ist journalistisch ein absolutes Unding.

Ähnliches ist mir vor Jahren bei diesem Reuter Video aufgefallen, das z.B. auf handelsblatt.com und zeit.de veröffentlich wurde:

Death in Grevenbroich

Ich schrieb einen Leserkommentar, woraufhin zeit.de das Video sofort als inakzeptabel bezeichnete und entfernt hat. Das Bewusstsein dafür, dass solche Bilder nicht veröffentlicht werden sollten, ist sicherlich auch in den Redaktionen von der NRZ (vielleicht sogar von stern.de) vorhanden. Wird dort aber zugunsten anderer Interessen verdrängt.

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Knallkopf von Wenningen hatte Hexenschuss

15. März 2009

Der “Knallkopf von Wennigen” (wURST) beherrscht seit Tagen die Medien. Inzwischen bin ich für ein striktes Verbot jeglicher Berichterstattung über Amokläufe. Außer über Amokläufe in redaktionellen Newsrooms. Wenn zum Beispiel ein Redakteur der Rheinischen Post Amok laufen und alle seine Kollegen abknallen würde, dann dürfte darüber meinetwegen berichtet werden. Die Rheinische Post, die angebliche “Zeitung für Politik und Christliche Kultur” (was auch immer das bedeuten mag), ist im Untergeschoß der Zeitungslandschaft angesiedelt, steht aber inzwischen mit einem Bein im muffigen Keller von Bild, Ostpreussenblatt und Express. Am Donnerstag gibt die Poizei bekannt, dass die “Knallcharge aus dem Schwabenländle” (wURST) wohl seine Amokphantasien im Internet zu Protokoll gegeben hat. Schon am Abend war bekannt: das Protokoll war wohl eine plumpe Fälschung, wie auch einige Journalisten schon gemutmaßt hatten. Nicht die Blaulichter von der Rheinischen Post, als Aufmacher am folgenden Freitag steht da:

Rheinische Post Headline am 13.3.2009

Rheinische Post - Aufmacher am 13.3.2009

Abgesehen davon, dass dies (wahrscheinlich) eine Ente war: wen interessiert das denn? Was ändert es, dass der Amoklauf angekündigt war? Tröstet dies einen Angehörigen eines Opfers oder erfährt der Leser dadurch irgendetwas Substantielles über Tat oder Täter? Dies ist nicht nur eine Ente, sondern eine Ente, die auf Hochhausformat aufgeblasen wurde.

In ihrem Online-Auftritt beschwert die Rheinische Post sich dann am gleichen Tag darüber dass – na? -  nicht etwa, dass die eigene Berichterstattung so vollkommen debil ist, sondern dass die dummen Behörden hier komplett versagt haben.

RP-Online am gleichen Tag

RP-Online am gleichen Tag

Das Thema Chat wurde aber auch in anderen Medien durch die Mangel gedreht. Vielleicht weil so ein Internetchat für den Normalverbraucher auf der Achse des Bösen liegt und er sich dann eher interessiert, weil er seine Skepsis bestätigt sieht? So scheint jedenfalls die Logik der Medien zu funktionieren. Allein spiegel.de hat sich in diesem Punkt einigermaßen zurückgehalten – oder ich habe die entsprechenden Meldungen übersehen.

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