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wURSTs philosophisches Wörterbuch: “Kunst”

19. Januar 2012

“Kunst” ist ein Werk oder eine Handlung, welche das Potential hat Information zu vermitteln, die durch Nicht-Kunst nicht oder nur schwieriger vermittelbar ist.

6 Kommentare

  1. Lass das nicht den Bersarin lesen, der dreht ob solcher Nonchalance am Rad.


    • Das habe ich ihm ja schon ins Blog geschrieben:

      http://bersarin.wordpress.com/2012/01/19/einige-grundsatzliche-bemerkungen-zu-den-begriffen-genus-geschmack-und-gefallen/

      (erster Kommentar), er ist nonchalant darüber hinweggegangen. Kunst ist eine sehr persönliche Sache, das muss auch jemand einsehen, der sie (aus persönlichen Gründen) ontologisch fundieren will. Ich habe schon die merkwürdigsten Kriterien für Kunst gehört, Quatsch wie “Schöpfungshöhe”, “nicht für den Gebrauch gestimmt” usw. Meine Definition ist eindeutig die brauchbarste. Ein Kunstwerk, das etwas vermittelt was anders in der gleichen Qualität und gleichzeitig ökonomischer vermittelt werden kann (was zugegebenermaßen bereits schwer zu beurteilen ist), wird dadurch abgewertet (was nicht bedeutet, dass es dann gleich keine Kunst mehr ist).

      Kunst ist ein Kommunikationsakt, sie stellt Bezüge her, und wenn es nur Selbstbezüge sind. Was sollte dabei wichtiger sein, als die Darstellungsqualität und die Effizienz des Bezugs.


  2. So hundertprozentig ausgereift scheint mir diese Definition auch nicht. Ein “Kommunikationsakt” ist ja nun so ziemlich alles, auch das, was wir hier gerade machen. Außerdem fehlt der groove-Begriff, ohne den eine zeitgenössische Kunstdefinition nicht mehr auskommt.

    Es wird jedenfalls Zeit für eine Generalüberholung der Adornoschen Ästhetik, vor allem die lust- und sinnenfeindliche Komponente muss verbessert werden. Schluss mit der Schönbergscheiße.


    • Ich meine nicht, dass Kommunikation immer Kunst ist. Sie ist nur in sehr speziellen Formen Kunst, nämlich dann, wenn Sie etwas vermittelt, was nicht so leicht effizienter vermittelbar ist. Nun könnte man sagen, dass damit jeder profane Sprachfetzen, zum Beispiel “Achtung!” zur Kunst wird. Prinzipiell stimmt das auch, der Erfinder des Achtung-Rufes hat in grauer Vorzeit ein Kunstwerk erschaffen. Die endlosen Reproduktionen dieses Rufs kann man jetzt nicht mehr als Kunstwerk sehen, ähnlich wie die Abbildung eines Gemäldes nicht mehr das Gemälde ist. Richtig ist aber, dass jeder Buchstabe, jedes nicht überflüssige Wort für sich ein Kunstwerk ist.

      Der “groove” Begriff ist mir in diesem Zusammenhang unbekannt. Deinen letzten Absatz kann ich unterschreiben.


  3. Kunst ist das, was als Kunst verkauft werden kann.


    • Ein gängiger Definitionsversuch, auch bekannt als “Kunst ist was im Museum hängt”. Dem kann ich jedoch nicht zustimmen. Die Wertschätzung des Werks korreliert möglicherweise, aber nicht zwingenderweise mit der künstlerischen Qualität. Van Gogh war vor seinem Tode nur in bestimmten Zirkeln bekannt, verkauft hat er wenig. Kafka hat nur wenige Erzählungen veröffentlicht, unter 10.000 Exemplare von “Die Verwandlung” verkauft. Die damalige eher spärliche Aufmerksamkeit schmälert jedoch sicherlich nicht das künstlerische Werk. Man könnte die künstlerische Qualität demokratisch auslegen, und also darüber abstimmen lassen, was große Kunst ist und was nicht. Oder man könnte meritokratisch herangehen und die Experten entscheiden lassen. Ich meine, dass dies wiederum meine Definition zum Ergebnis hätte, denn was das Volk oder die Experten in der Kunst sehen wollen, ist eben das Besondere, was meine Definition beschreibt.



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